WfG Werra-Meißner bietet Existenzgründern finanzielle Hilfe

+
Gastgeber im Ausflugslokal: John de Vreugd und Ellen Holland betreiben die Villa Rustica in Altenburschla. Bei der Finanzierung hat ein Mikrodarlehen der hessischen Förderbank geholfen.

Eschwege – Existenzgründer, Kleinunternehmer, Menschen mit einer Geschäftsidee, aber ohne Geld: Für Banken sind das wenig attraktive Kunden mit großem Risikopotenzial.

Geld gibt es trotzdem – wenn die Idee gut ist. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WfG) Werra-Meißner hilft dabei und vermittelt sogenannte Mikro-Darlehen, die von der Wirtschafts- und Infrastrukturbank (WI-Bank) gegeben werden.

„Den Weg zur klassischen Bank können sich die meisten angehenden Kleinunternehmer sparen“, sagt WfG-Unternehmensberater Peter Döring, „die Chance, eine Finanzierung zu bekommen, ist sehr gering.“

Sechs oder sieben Anträge reicht Döring der WI-Bank im Jahr ein. Zwei Drittel würden genehmigt. Abhängig vom Finanzierungsmodell bekommen die Jungunternehmer bis zu 50 000 Euro – unbürokratisch, ohne eine Unmenge von Formularen ausfüllen zu müssen. Das Geld steht innerhalb des beschriebenen Vorhabens zur freien Verfügung. Der Nachteil: Mit einem Zinssatz von fast sechs Prozent sind die Gründerdarlehen relativ teuer.

„Das Land kalkuliert eine hohe Ausfallquote ein“, erklärt Döring. Tatsächlich würden aber nur wenige Schuldner das geliehene Geld nicht zurückzahlen. Von den seit 2013 in Hessen bewilligten Darlehen sind nach Angaben der WfG lediglich neun ausgefallen.

Ellen Holland und John de Vreugd haben neben einem KfW-Darlehen auch Geld von der WI-Bank bekommen. Die beiden Niederländer betreiben das Ausflugslokal Villa Rustica im Wanfrieder Stadtteil Altenburschla. „Bei Banken brauchst du erst gar nicht anklopfen“, sagt de Vreugd. Ohne das Geld von der Förderbank des Landes „hätten wir eine erhebliche Zeitverzögerung gehabt“, so der Gastronom. 

Mehr zum Thema: Geld vom Land, wenn die Bank nicht zahlt

Altenburschla – Ellen Holland und John de Vreugd haben viel eigenes Geld in ihr Unternehmen gesteckt. Gereicht hat es nicht. Die Finanzierungslücke haben die Gastronomen mit einem Mikrodarlehen der WI Bank (Wirtschafts- und Infrastrukturbank) geschlossen. Die beiden Niederländer betreiben das Ausflugslokal Villa Rustica im Wanfrieder Stadtteil Altenburschla. Die Förderbank des Landes Hessen finanziert Existenzgründer, die wenig Aussicht auf einen herkömmlichen Bank-Kredit haben. „Bei Banken brauchst du erst gar nicht anklopfen“, sagt de Vreugd. 

Die Chancen von Unternehmen aus dem Gastronomiesektor seien äußerst gering. Bei Banken brauchst du erst gar nicht anklopfen. John de Vreugd Gastronom Aber: „Um richtig fertig zu werden, benötigten wir noch etwas Geld“, erklärt er. Ohne das Darlehen der WI Bank wäre das Vorhaben sicherlich nicht gescheitert, es wäre aber sicherlich nicht so rasch umzusetzen gewesen. 15 000 Euro hat die Förderbank dazugegeben. „Das werden wir schon bald zurückgezahlt haben“, sagt Ellen Holland. Der Kredit wird ohne die banküblichen Sicherheiten gewährt, ist wegen der hohen Zinsen von fast sechs Prozent allerdings relativ teuer. Die rasche Rückzahlung lohnt sich also. 

Im Mai vor vier Jahren wurde das Ausflugslokal am Rad- und Wanderweg eröffnet. 40 Sitzplätze gibt es in der Gaststätte, weitere 40 unter freiem Himmel. „Im Sommer läuft es richtig gut“, sagt de Vreugd, „im Winter ist tote Hose.“ Nichtsdestotrotz bieten die beiden Gastgeber sonntags Kaffee und Kuchen an und haben jeden Tag außer dienstags geöffnet. In dem gemütlich eingerichteten Lokal brennt an kalten Tagen Holz im nordischen Kaminofen. 

Die Gäste finden Platz an den Tischen oder an der Theke. Wanderer, Radfahrer oder Gäste des nahen Campingplatzes gehören zu den regelmäßigen Gästen in der Villa Rustica. Holland und de Vreugd sind seit sechs Jahren dauerhaft in Deutschland. Schon 2010 kaufte das Paar ein Ferienhaus in Wanfried und verbrachte den Urlaub dort. Mit dem Ausflugslokal haben sich die Niederländer einen Traum erfüllt. Weitere Projekte sind in Vorbereitung. „Wir haben schon noch Ideen und Pläne“, sagen sie. Wer mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft oder der Industrie- und Handelskammer als Partner und Berater ein Mikrodarlehen bei der WI Bank beantragen möchte, muss nicht mit langwierigen Genehmigungsverfahren rechnen. 

Der Antrag wird gemeinsam mit der Partnerinstitution ausgefüllt und eingereicht. Die Geldgeber prüfen, ob alle Kriterien erfüllt sind und entscheiden dann kurzfristig über den Kredit. „Es gibt nur geringe bürokratische Hürden“, sagt Peter Döring von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare