Kreisweite Aktionswoche

Wie Kinder und Jugendliche im Werra-Meißner-Kreis die Coronazeit erleben

Der Jugend eine Stimme geben: Unter diesem Motto läuft die Aktionswoche der Partnerschaft für Demokratie und des Diakonischen Werks. Am Landgrafenschloss in Eschwege sind Zitate von jungen Menschen zu lesen.
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Der Jugend eine Stimme geben: Unter diesem Motto läuft die Aktionswoche der Partnerschaft für Demokratie und des Diakonischen Werks. Am Landgrafenschloss in Eschwege sind Zitate von jungen Menschen zu lesen.

In der Aktionswoche „Und wer fragt uns? Wie Kinder und Jugendliche im Werra-Meißner-Kreis die Corona-Zeit erleben“ zeigen sie jeden Abend Zitate von Jugendlichen am Landgrafenschloss.

Eschwege – „Nachdem wir wussten, dass die Jugendzentren wieder schließen müssen, haben wir uns entschlossen, noch schnell bei der wichtigen Aktionswoche mitzumachen“, erklären Paula Zacher und Christina Gliemroth-Brübach, die Jugendpflegerinnen der Stadt Eschwege. Sie haben ein Projekt geschaffen, das viele Leute vielleicht schon gesehen haben: Auch auf einem Fernseher im Schaufenster des Familienbüros laufen die Statements, außerdem gibt es auf dem Markplatz aufgehängte Banner.

Die Jugendlichen mussten dafür drei Fragen beantworten, aus denen Paula Zacher und Christina Gliemroth-Brübach die Zitate formulierten. „Viele Jugendliche haben sehr differenziert geantwortet, sie können sich gerade nicht treffen oder an Freizeitaktivitäten teilnehmen, wissen aber auch, dass es gerade notwendig ist, um andere Leute zu schützen“, erklärt Paula Zacher. „Die Empathie war sehr groß, die Jugendlichen fühlen aktuell mehr Zusammenhalt und haben gelernt, wie wichtig Familie und Freunde sind“, fügt Christina Gliemroth-Brübach an. Viele Jugendlichen haben sehr persönlich die Fragen beantwortet. „Man hat gemerkt, dass da wirklich großer Redebedarf da ist, es gibt eine große Kluft zwischen denen, denen es eh gut geht, und denen, die es schlechter haben“.

„Corona bedeutet für mich Zusammenhalt“, „wir hatten auf einmal alle Angst uns zu treffen“, „man sieht seine Großeltern nicht mehr“ oder „man versteht, wie wichtig Hygiene ist“ steht in großen Lettern auf dem Landgrafenschloss. Noch bis zum morgigen Freitag werden die Zitate jeden Abend bis etwa 22 Uhr von der Straße aus zu lesen sein. „Wir wollen die Erwachsenen darauf aufmerksam machen, dass auch ihre Kinder und Jugendlichen sich viel mit der aktuellen Lage beschäftigen und auch sie viel zu sagen haben.“

Die kreisweite Aktionswoche wurde von der Partnerschaft für Demokratie im Werra-Meißner-Kreis gemeinsam mit dem Diakonischen Werk Werra Meißner ins Leben gerufen.  (Sonja Berg)

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