Population wächst stetig

Wildschweine im Kreis: Jäger kommen mit Abschüssen nicht nach

Werra-Meißner. Die Wildschweinpopulation im Werra-Meißner-Kreis wächst stetig, und den Jägern gelingt es zurzeit nicht, das Wachstum einzudämmen.

„Die Anzahl der erlegten Wildschweine müsste etwa ein Drittel höher sein als in den vergangenen Jahren“, schätzt Dr. Jörg Brauneis, Sprecher des Jagdvereins Hubertus Eschwege. Die Einschätzung teilt auch Silke Hartung für den Bereich Witzenhausen. „Die Schäden, die die Tiere in der Landwirtschaft anrichten, sind sehr ärgerlich“, sagt sie.

Dabei sind die Jäger nicht untätig. In den vergangenen fünf Jahren wurden nach Angaben der Unteren Jagdbehörde rund 15 000 Schweine im Landkreis geschossen. Das reicht aber noch nicht aus. Weil die Tiere intelligent sind, sich schwer jagen lassen und die Lebensbedingungen für sie hervorragend sind, vermehren sie sich seit Jahren prächtig.

„Die Landwirtschaft ist Teil des Problems“, beschreibt Silke Hartung die Situation. Die Jäger arbeiten eng mit den Bauern zusammen, werden des Problems aber nicht Herr. Mais, Raps und Getreide mögen die Wildschweine sehr. Im Landkreis werden die Pflanzen häufig angebaut. Dazu kommen die Baummastjahre und milde Winter, die die Population der Wildschweine anwachsen lassen. „Es gelingt der Jagd nichtmal, den jährlichen Zuwachs an Frischlingen abzuschöpfen“, sagt Dr. Oliver Keuling vom Institut für Wildtierforschung an der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Das liege auch daran, dass „die klugen Tiere dem Jagddruck geschickt ausweichen“.

Die Oberste Jagdbehörde empfiehlt, jedes Waldgebiet mindestens zweimal in Herbst und Winter zu bejagen. Dorthin ziehen sich die Tiere jetzt zurück. Um die Schweine aus den Verstecken zu locken, müsse mit hohem Druck durch Treiber und Hunde gejagt werden, sagt Brauneis. Die Saison der sogenannten Drückjagden beginnt jetzt. 

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