Er will nicht einsam sterben

+
Einsam: Mike Andres lebt gemeinsam mit pflegebedürftigen Senioren in einem Altenheim in Witzenhausen. Er fürchtet, dass er dort die letzte Monate seines Lebens verbringen muss. Foto:  Shuhaiber

Witzenhausen. Vor wenigen Monaten hat Mike Andres erfahren, dass er an einem multiplen Hirntumor leidet - eine erschütternde Diagnose. Der 37-Jährige wird sterben, dass ist gewiss. Wie lange er noch leben wird, können die Ärzte nicht sagen. Seit knapp vier Wochen ist Mike zur Kurzzeitpflege im Awo-Seniorenzentrum in Witzenhausen untergebracht. Nun fragt er sich wie es weitergehen soll. Er hat Angst, einsam und allein im Altenheim zu sterben.

Mike befindet sich in einem Dilemma: „Ich bin zu krank für eine normale Einrichtung und zu gesund fürs Hospiz“, sagt der 37-Jährige und wünscht sich eine Einrichtung, die sich an den Bedürfnissen junger Menschen orientiert, die nicht mehr lange leben werden.

Im Altenheim fühlt Mike sich einsam. Kontakte zu jungen Menschen mit gemeinsamen Interessen kann er hier nicht pflegen: „Die Altenpfleger sind sehr bemüht und freundlich, alle strengen sich an, aber die Altenpflege ist auf die Bedürfnisse von Senioren spezialisiert“, sagte Mike.

Es gebe zwar viele liebe Menschen hier, er fühle sich aber trotzdem fehl am Platz: „Hier gibt es viele demenziell Erkrankte, dass macht es schwer intensivere Gespräche zu führen.“ Sein Tagesablauf gestalte sich jeden Tag gleich. Morgens aufstehen, waschen, anziehen, Medikamente nehmen, den Tag überstehen und abends wieder schlafen gehen. Trotzdem versucht Mike nicht den Mut zu verlieren, und das beste aus seiner emotional belastenden Situation zu machen.

Außerdem will er mit seiner Geschichte auf die Probleme in der Pflege aufmerksam machen. „Menschen in meiner Situation haben keine Lobby.“ Auf kommunaler Ebene könnten die Gesetze die der Bund als sogenannter Sozialstaat macht, nicht umgesetzt werden.

Lange hat Mike Andres gemeinsam mit Behörden und Institutionen nach einer geeigneten Einrichtung gesucht - bis heute leider vergebens. Während seiner verzweifelten Suche wuchs der Wunsch, die letzten Monate seines Lebens im argentinischen Mendoza bei Freunden zu verbringen (wir berichteten). Unterstützt wird er dabei von der Deutschen Direkthilfe in Bonn, die ein Spendenkonto für ihn eingerichtet hat.

Mit dem Geld soll Mike der Flug bezahlt werden. Außerdem benötigt er etwas Startkapital, um sich barrierefrei und behindertengerecht einzurichten. Von seiner kleinen Rente, kann er dort seinen Lebensunterhalt bestreiten.

Spendenkonto für Mike Andres

Deutsche Direkthilfe e.V., Kto: 13 11 100, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ: 370 20 500, IBAN: DE 37 370 205 00000 13 111 00, BIC: BFS WDE 33 XXX, Verwendungszweck: Spendenaktion für Mike Andres.

Von Alia Shuhaiber

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare