Der Winter, der kein Winter war

Februar 2014 war der wärmste seit Aufbau der Wetterstation in Landwehrhagen

Werra-Meißner. Der diesjährige Februar geht als Rekordmonat in die Wettergeschichte unserer Region ein. Mit einer Mitteltemperatur von plus 5,0 Grad Celsius (˚C) war er der wärmste Monat seit Aufbau der Station in Staufenberg-Landwehrhagen 1997, das Monatsmittel lag um 4,2˚C höher als der Durchschnittswert der vergangenen zehn Jahre.

Damit übertraf der Februar 2014 auch die sehr milden Februarmonate der Jahre 2002 (+4,7˚C) und 2007 (+4,2˚C). Da auch die beiden vorangehenden Wintermonate deutlich zu mild ausfielen, fand der Winter 2013/2014 eigentlich nicht statt.

Der Monat begann noch verhältnismäßig kühl, unter Hochdruckeinfluss kam es bis zum 5. immerhin an drei Tagen zu leichtem Nachtfrost. Ab dem 6. blieb unsere Region am Rande tiefen Luftdrucks über den britischen Inseln nahezu ununterbrochen in einer südlichen oder südwestlichen Strömung, in der milde Luftmassen herantransportiert wurden. Die von Westen immer heranziehenden kräftigen Tiefdruckgebiete konnten aber meist nur abgeschwächt auf unsere Region übergreifen.

Bis zum 16. war es wechselhaft und es kam immer wieder zu meist leichten Regenfällen. Herausragendes Ereignis war der (überraschende) Übergriff eines Sturmfeldes am frühen Nachmittag des 7., kurzzeitig kam es in unserer Region zu Sturm aus Süd bis Südwest, wobei die Stärkste Bö an der Station knapp 87 km/h erreichte und damit im oberen Bereich der Windstärke 9 lag. Die zahlreichen entwurzelten Bäume lassen aber auf noch höhere Windgeschwindigkeiten schließen. Ab dem 17. schwächte sich die Tiefdrucktätigkeit ab und zeitweilig dominierte Hochdruckeinfluss. Dabei überschritten vom 24. bis 26. die Tageshöchstwerte bei heiterem Wetter deutlich die Zehn-˚C-Marke und ließen den eigentlich noch herrschenden Winter vollständig vergessen.

Der Februar war aber nicht nur deutlich zu mild, sondern – wie auch der gesamte Winter – erheblich zu trocken. Die Niederschlagssumme betrug nur 18,6 Liter je Quadratmeter und damit nur 58 Prozent des normalen Wertes. Gleichzeitig schien die Sonne mit 68 Stunden ein wenig länger als durchschnittlich (110 Prozent).

Mit dem März beginnt nun der meteorologische Frühling. Der Kontrast zu letztem Jahr könnte kaum größer sein: Im März 2013 regierte mit einem Mittelwert von 0,0˚C der Winter, das droht in diesem Jahr zunächst nicht. Einig sind sich die Modelle heute darüber, dass es in der ersten Monatshälfte weiterhin sehr mild sein wird, möglichweise sorgt dabei Hochdruckeinfluss für „echtes“ Frühlingswetter. Ob sich in der zweiten Monatshälfte und im April – wie 2007 – ein insgesamt sehr warmes Frühjahr anschließt oder – wie 2002 – die Erwärmung nur sehr zögernd erfolgt, kann man heute noch nicht absehen. Die Wahrscheinlichkeit für das erste Szenario ist allerdings etwas höher. (zkn)

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