Laubsammelaktion

Botanischer Garten Eschwege: Laub als Winterquartier für Käfer

Sammeln Laub für Insekten: (von links) Clea, Eva, Jolien, Milea und Marlene schaffen zusammen mit ihren Mitschülern Schutzräume für Insekten im Botanischen Garten.
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Sammeln Laub für Insekten: (von links) Clea, Eva, Jolien, Milea und Marlene schaffen zusammen mit ihren Mitschülern Schutzräume für Insekten im Botanischen Garten.

Laub sammeln als Winterquartier für Käfer: Kinder haben sich im Botanischen Garten in Eschwege für den Naturschutz eingesetzt.

Eschwege – So schnell wie an diesem Freitagvormittag wurde ein Park vermutlich noch nie entlaubt. Obwohl „entlaubt“ hier das falsche Wort ist. Denn auch wenn die Schüler der Alexander-von-Humboldt-Schule in einem rekordverdächtigen Tempo Laub zusammenkehren und in große Behälter verpacken, machen sie dies nicht, um es später zur Deponie zu bringen – das würde gegen das Konzept des Botanischen Gartens verstoßen.

„Wir wollen hier einen städtischen Waldgarten schaffen, mit viel Natur und wenig Entzug durch Menschenhand, deswegen bleiben möglichst viele Blätter liegen“, erklärt Petra Strauß. Als Vorsitzende des Fördervereins lädt sie bei geeigneten Projekten immer wieder mal Schulklassen zum Mithelfen ein. „Wir wollen den Kindern damit frühzeitig zeigen, dass es ihr Park ist und sie für dessen Erhalt Verantwortung mittragen.“

Dieses Konzept geht auf: Voller Tatendrang laufen die Kinder durch den Park, türmen an passenden Stellen Laubhaufen auf, die Insekten als Winterquartiere dienen sollen, und pflanzen die ersten Tulpenzwiebeln für das kommende Frühjahr ein. „Die Kinder haben sich die ganze Woche darauf gefreut“, erzählt Klassenlehrerin Juliane Batram und berichtet weiter, dass der Garten als Stadtteilpark von den Schülern ausgiebig zum Toben, Spielen und als Anschauungsobjekt für den Unterricht genutzt wird.

Erst kürzlich sprachen sie über heimische Insekten und so wissen die Grundschüler genau, wem sie hier helfen. Fragt man die Zweitklässler, gewinnt meistens die Aufregung und neben Kellerasseln werden auch die possierlichen Igel genannt. Die gebe es hier aber leider gar nicht, wie Hobby-Ornithologe Rainer Olßok weiß. Vielmehr würden durch das Laub die Vögel unterstützt, denn die fänden darin ihre Lieblingsnahrung, die Insekten.

Vor zwei Jahren untersuchte er die Artenvielfalt im Botanischen Garten und kam zu einem ernüchternden Ergebnis, Singvögel gab es hier kaum. „Wir haben daraufhin den Kräutergarten angelegt, denn Insekten lieben blühende Kräuter und viele Insekten locken wiederum Vögel an“, so Petra Strauß. Mittlerweile konnte Rainer Olßok schon erste Erfolge feststellen und etwa seltene Wildbienen im Kräutergarten beobachten.

Einen Schritt weiter geht das nächste Projekt des Fördervereins: Von der Gartenstraße bis hin zur Neustadt soll eine Hecke entstehen, die Vögeln ausreichend Schutz zum Brüten gibt. „Die Stadt wird uns dabei unterstützen, trotzdem sind wir auf Spendengelder angewiesen“, so Petra Strauß. Mehr Bilder: werra-rundschau.de (Von Ulrike Käbberich)

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