Teile des Stollens unter dem Bückeberg bleiben für heimische Fledermäuse geöffnet

Winterquartier ist gerettet

Verkriecht sich gerne tief in den Stollen: Das Große Mausohr gilt als geschützt. Insgesamt kommen hessenweit 19 Fledermausarten vor. Foto: dpa

Niederhone. Naturschützer atmen auf: Der Luftschutzstollen unter dem Bückeberg zwischen Nieder- und Oberhone wird nicht komplett zugeschüttet. Ein 40 Meter langer Bereich im südlichen Teil der unterirdischen Anlage wird geöffnet bleiben.

Dafür hatten Naturschützer in der vergangenen Woche demonstriert. Sie sehen in der Bunkeranlage ein potenzielles Winterquartier für Fledermäuse.

Die Kreisstadt Eschwege hat die Verkehrssicherheitspflicht für das Gelände übernommen und wird diese voraussichtlich in der kommenden Woche an einen neuen Träger weitergeben, der laut Bürgermeister Alexander Heppe auch Eigentümer des Grundstückes werden soll. Dieser neue Träger, vermutlich die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz, wird dann auch die Kosten für die Umgestaltung tragen, die notwendig ist, um den Stollen fledermausgerecht zu gestalten. Dazu gehören eine in den Tunnel eingelassene Röhre und eine spezielle Fledermaus-Tür. Der Eingangsbereich soll eingezäunt werden. Bis zu diesen Arbeiten wird der Eingang provisorisch zugemauert.

„Mit dieser Lösung können wir sehr gut leben“, sagt Werner Mengel, Sachbearbeiter für unbebaute Grundstücke bei der Stadt Eschwege. Denn zugeschüttet wurden jetzt nur die Tunnel, die unterhalb von Wegen und Freizeitplätzen auf dem Bückeburg liegen. Das Gelände oberhalb des Fledermaustunnels sei ohnehin unwegsam, so Mengel.

Für nicht einsturzgefährdet hält die Tunnel Stefan Zaenker, Vorsitzender des Landesverbandes für Höhlen- und Karstforschung und der Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz Fulda, der die Tunnel selbst besichtigt hat. „Anderswo wird Geld in die Hand genommen, um Quartiere auszubaggern, hier passiert genau das Gegenteil“, sagt er und warnt: „Eine Massenansammlung von Fledermäusen darf man da nicht erwarten.“ Auch wenn sich fünf bis sechs Tiere dort vor dem Winter schützen würden, sei das ein Erfolg. Möglich ist für Zaenker auch die Ansiedlung der Art Kleine Hufeisennase, die hessenweit sonst nur in Rambach und Weißenborn vorkommt.

Von Lasse Deppe

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare