Schulabgänger behalten die Region im Auge

Wirtschftsjunioren wollen mit Newsletter Fachkräfte für den Landkreis gewinnen

+
Kommt zurück: Christian Köhler (32) steigt nun im heimischen Familienbetrieb in Vockerode ein und zieht dafür mit Kind und Kegel aus Stuttgart her.

Eschwege. Die Wirtschaftsjunioren Werra-Meißner wollen den Kontakt mit Schulabgängern, die zur Ausbildung den Kreis verlassen, verbessern. Kreissprecher Rainer Weniger kündigte an, einen Newsletter per E-Mail zu versenden, um die jungen Menschen über die wirtschaftliche Entwicklung auf dem neuesten Stand zu halten.

So soll dem Fachkräftemangel entgegengewirkt werden. „Leute aus der Region zum Wiederkommen zu bewegen, ist eine dauerhafte Lösung für die Unternehmen“, sagt Weniger. Die Erfahrung habe gezeigt, dass Fachkräfte aus anderen Regionen nicht lange in den Betrieben bleiben würden. „Leute, die nach zwei oder drei Jahren wieder gehen, sind teuer für die Arbeitgeber“, sagt Dr. Michael Ludwig, Geschäftsführer des Servicezentrums der IHK Werra-Meissner.

In der Industrie und in der Gastronomie fehlen im Kreis Fachkräfte. „Besonders Köche, Handwerker und Spezialisten in der Metall- und Elektrobranche werden hier gebraucht“, sagt Ludwig. Die Idee der Wirtschaftsjunioren ist einfach: Mit den jungen Menschen, die weggehen, um sich hochwertig ausbilden zu lassen, wollen sie in Kontakt bleiben. Dazu nutzen sie das Internet. In einem Newsletter werden regelmäßig Informationen aus der Wirtschaftsregion Werra-Meißner an die Auszubildenden und Studenten versendet. Neben Nachrichten und Portraits über Arbeitgeber sollen hier auch Stellenangebote für Praktika und feste Jobs veröffentlicht werden. „Wir wollen zeigen, dass hier etwas los“, sagt Weniger.

Die Wirtschaftsjunioren hoffen darauf, dass sich die jungen Menschen auf die Heimat besinnen, wenn der erste Drang, die Provinz zu verlassen, beendet ist. Die Wirtschaftsjunioren wollen jetzt die Schulabgänger, im August die Unternehmen ansprechen und während der Bildungsmesse der Beruflichen Schulen im Spetember aktiv werden.

Von Tobias Stück

Mehr lesen Sie in der gedruckten Freitagsausgabe.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare