Lebensmittelüberwachung testet auf Schadstoffe 

Wissen wollen, was man isst

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Der Veterinär Dr. Uwe Lenz leitet die Lebensmittelüberwachung in Eschwege, Andreas Albrecht kontrolliert die Betriebe. Im eigenen Labor wird Fleisch auf Trichinen getestet.

Eschwege. Da möchte man sich gesund ernähren, achtet auf eine gute Ernährung und dann das: Reis aus Südostasien kann mit hochgiftigem Arsen belastet sein, das im Grundwasser vorkommt. Deutsches Mineralwasser kann Spuren von radioaktivem Uran enthalten, im Fleisch können Antibiotika zurückgeblieben sein.

Auf den Verpackungen sucht man solche Angaben vergebens. „Als Verbraucher hat man einen großen Informationsbedarf, denn mit dem normalen Einkauf kann man sich auch normale Schadstoffe in den Kühlschrank holen“, sagt Dr. Uwe Lenz, Fachdienstleiter der Lebensmittelüberwachung beim Fachbereich 5, Gesundheit, Verbraucherschutz und Veterinärwesen beim Werra-Meißner-Kreis.

„Deshalb sollte man etwa wissen, dass Nachtschattengewächse das giftige Solanin enthalten und man bei Tomaten die grünen Stellen wegschneiden muss.“ Generell rät der Experte, Gemüse zu waschen, Spinat nicht noch einmal aufzuwärmen und Kassler mit Nitritpökelsalz keinesfalls zu braten, da aus Nitrit unter Hitzeeinwirkung krebserregende Nitrosamine entstehen können.

Über Verbraucherschutzbüros, Veröffentlichungen der Landeslabore oder allgemein über das Internet können Verbraucher Informationen zu diesen Themen bekommen. Doch die Suche ist mühsam. In Eschwege kontrolliert die Lebensmittelüberwachung mit Sitz in der Luisenstraße 23c und drei Mitarbeitern Betriebe, um Gefahren nicht erst entstehen zu lassen. 1800 Betriebe im Werra-Meißner-Kreis, die Lebensmittel, Kosmetik und Bedarfsgegenstände herstellen oder verarbeiten, werden regelmäßig kontrolliert, wobei die Lebensmittelhygiene eine besondere Rolle spielt. Gerade Schlachttiere und Fleisch werden von den Kontrolleuren unter die Lupe genommen.

Es werden dabei Blut- und Urinproben von den Tieren und nach dem Schlachten auch Fleischproben genommen und an das LHL, das hessische Landeslabor, eingesandt, das gezielt nach Rückständen wie Antibiotika oder auch Schwermetallen sucht. Auch fordert das Land die Kontrolleure nach bestimmten Kontrollplänen dazu auf, Proben einzuschicken, wie etwa zur Quecksilberbelastung der Fische in der Werra. „Aale neigen dazu, belastet zu sein, je mehr desto älter sie sind. Wer solche Fische regelmäßig verzehrt, nimmt dadurch natürlich auch häufiger Schadstoffe zu sich“, erklärt Dr. Uwe Lenz.

Im Labor in Eschwege selbst wird hauptsächlich auf Trichinenbelastung untersucht. Trichinen sind Parasiten, die in der Muskulatur von Wildtieren vorkommen können. Durch das Essen von Schweinefleisch kann man sich damit infizieren. In Hessen wurde der letzte Nachweis jedoch im Jahr 2000 erbracht. Dennoch werden alle geschlachteten Schweine pflichtgemäß auf Trichinen untersucht. Jäger, die Wildschweine schießen, müssen die Proben selbst beim Gesundheitsamt abgeben. Im Januar waren es immerhin 150 Proben. „Allerdings sterben Trichinen auch ab, wenn man das Fleisch auf über 60 Grad Celsius erhitzt“, sagt der Veterinär Lenz.

Dass die meisten Lebensmittel im Handel unbedenklich sind, davon ist er überzeugt. „Der Verbraucher ist genauso dazu verpflichtet, hygienisch mit seinen Lebensmitteln umzugehen“, fügt Lebensmittel-Kontrolleur Andreas Albrecht hinzu. So ergäben sich Verbraucherbeschwerden häufig durch hygienische Mängel. Wer etwa einen Verdacht hat, sich über den Verzehr von gekauften Lebensmitteln eine Infektion zugezogen zu haben - Salmonellen, EHEC oder auch Noro-Viren könnten Verursacher sein - kann bei der Lebensmittelüberwachung anrufen und diese informieren. Darüber hinaus ist es den Kontrolleuren auch ein großes Anliegen, lebensmittelverarbeitende Betriebe bereits im Vorfeld darüber zu beraten, wie sie ihren Betrieb einrichten können, um alle Auflagen zu erfüllen, die die Lebensmittelhygiene betreffen.

Von Kristin Weber

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