Kinder besser vor Missbrauch schützen

Werra-Meißner. Die hessischen Minister für Justiz, Soziales, Kultur und Inneres haben einen gemeinsamen Plan vorgestellt. Damit sollen Kinder und Jugendliche besser vor sexuellem Missbrauch geschützt werden.

Dieser Plan sieht beispielsweise die Selbstverpflichtung staatlicher und privater Institutionen vor, Verdachtsfälle von sexuellem Missbrauch bei der Polizei zu melden, statt den Vorwürfen nur intern nachzugehen.

Zudem wurde der Vorschlag formuliert, dass alle die Kinder erziehen, unterrichten und ausbilden, ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorlegen sollen. Im ehrenamtlichen Bereich sollten aber nicht allzu strenge Richtlinien gelten. Auslöser für das Formulieren dieser Richtlinien war das Bekanntwerden des Missbrauchsskandals an der Odenwaldschule im südhessischen Heppenheim

Kreisjugendamtsleiterin Ilona Friedrich sagt indes, dass die Institutionen im Werra-Meißner-Kreis auch ohne den hessischen Plan in den vergangenen Jahren aufmerksamer geworden sind. Denn der Landkreis habe bereits vor gut 18 Jahren ein Koordinierungsgremium ins Leben gerufen. Dieses Gremium, bestehend aus Fachleuten der Jugendhilfe, der Polizei, der Justiz, dem Gesundheitswesen, der Behindertenhilfe und den Schulen, trifft sich viermal pro Jahr, um sich auszutauschen, weiterzubilden und Hilfsangebote für Missbrauchsopfer zu entwickeln.

Friedrich gibt auch zu Bedenken, dass eine Anzeige bei der Polizei, wie es der Plan vorsieht, und ein mögliches Gerichtsverfahren nicht immer der beste Weg sei. Insbesondere im Interesse des Opfers. "Oftmals kommt es bei Fällen, in denen kleine Kinder missbraucht wurden, zu Freisprüchen, weil das Opfer keine genauen Angaben zum Tatzeitpunkt machen kann", sagt Friedrich. Deshalb sei eine Anzeige nicht immer im Interesse des Opfers.

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