Wölfin bei Helsa von Auto überfahren

Wolf Hessisch Lichtenau Forstamt Kühlkammer angefahren am 02.06.2020 aufgenommen am 03.06.2020
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Die tote Wölfin, die am Dienstag bei Helsa überfahren wurde, liegt in der Kühlung des Forstamtes Hessisch Lichtenau.

Eine Wölfin ist am Dienstagmittag bei Helsa von einem Auto überfahren worden. Es soll untersucht werden, ob es sich möglicherweise um die Wölfin aus dem Stölzinger Gebirge handelt.

Helsa/Oberkaufungen.  Eine ausgewachsene Wölfin ist am Dienstagmittag gegen 13.30 Uhr auf der Landstraße zwischen Kaufungen und Helsa (Landkreis Kassel) überfahren worden. Das bestätigte der Sprecher des Polizeipräsidiums Nordhessen, Frank Siebert, auf Anfrage unserer Zeitung.

Auto wurde erheblich beschädigt

Laut des Berichtes der Beamten, die an den Unfallort kamen, habe das Tier bei ihrem Eintreffen noch gelebt, sei aber dann an der Unfallstelle verendet. Laut Polizei habe die Wölfin die Straße gequert und war vom Auto eines 65-jährigen Mannes erfasst worden. Bei dem Unfall erstand erheblicher Sachschaden an der Front des Fahrzeugs, den die Polizei nach ersten Schätzungen mit 2000 Euro beziffert.

Institut für Wildtierforschung übernimmt Untersuchung

Neben dem zuständigen Jagdpächter war auch der Wolfsrissgutachter Gerhard Becker aus Melsungen verständigt worden, der aber nicht vor Ort war. Becker bestätigte aber, dass das Tier „sichergestellt“ wurde und untersucht werde. Dazu soll der Kadaver der toten Wölfin nach Berlin in das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung überführt werden. Außerdem werde zur Genanalyse eine Probe genommen, erklärt die Sprecherin des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG), Franziska Vogt. Bei einem Abgleich mit einer Datenbank soll festgestellt werden, um welches Tier es sich handelt. Das Ergebnis der Genanalyse sei in frühestens zwei Wochen zu erwarten.

„Daher wissen wir bisher auch nicht, ob es sich bei der toten Wölfin um die bekannte, dort residente, Wölfin aus dem Stölzinger Gebirge bei Waldkappel handelt“, sagte Wolfsgutachter Gerhard Becker.

Die Wölfin aus dem Stölzinger Gebirge gilt seit Ende Februar als dort sesshaft, weil sie mehrfach innerhalb eines Jahres genetisch nachgewiesen worden war.

Wölfin liegt in Kühlung beim Forstamt Hessisch Lichtenau

Inzwischen wird der Kadaver der Wölfin in der Kühlung des Forstamtes Hessisch Lichtenau aufbewahrt. Während das HLNUG den Totfund bereits am Dienstag auf seiner Homepage veröffentlicht hatte, hatte die Polizei den Unfall erst auf Anfrage vermeldet.

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