Fragen und Antworten: Wohin mit meiner Spende?

Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge koordinieren

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Große Hilfsbereitschaft: Die Hilfsorganisationen werden zurzeit von Kleiderspenden überrollt. Nicht alles ist zu gebrauchen, einiges muss aussortiert werden. Besonders sinnvoll sind kleine Größen und neue Unterwäsche.

Eschwege. Jede Woche kommen mehr Flüchtlinge in den Werra-Meißner-Kreis. Meist mit kaum mehr als dem, was sie am Körper tragen. Die Spendenbereitschaft in der Bevölkerung ist groß. Wir erklären, was man beachten muss, was gebraucht wird und wie man helfen kann.

Gibt es im Moment genug Spenden?

Die Spendenbereitschaft in der Bevölkerung ist riesig. Die Helfer in Hessisch Lichtenau werden förmlich überrannt, das Lager sei im Moment übervoll. Das könne sich aber ganz schnell ändern, wenn neue Flüchtlinge, wie gestern Nachmittag im Erstaufnahmelager in Hessisch Lichtenau, ankommen.

Was wird am dringendsten gebraucht?

Besonders gefragt ist Unterwäsche in allen Größen. Vom Kinderschlüpfer bis zur Herren-Shorts. Die Sachen müssen aber neuwertig sein. Nicht nur aus hygienischen, sondern auch aus religiösen Gründen. Weil das kaum jemand im Schrank hat, empfehlen die Helfer beim Discounter einen Fünferpack zu kaufen und zu spenden. Außerdem werden Kinderjacken für den Winter, Regenschirme und Schuhe in allen Größen benötigt.

 Wieso ist es nicht sinnvoll, Kleidung in L, XL oder XXL zu spenden ?

Die Migranten, die nach Deutschland kommen, sind von der Statur her eher schmächtig. Männer tragen Kleidergrößen wie 176, S oder M. Frauen benötigen Kleidung in S oder sogar XS. Große Größen blockieren die Lagerkapazitäten.

? Wo gebe ich meine Spenden ab?

In der Leipziger Straße 157 in Hessisch Lichtenau gibt es eine Art Basar für Flüchtlinge. Hier sind die Kapazitäten aber schon erreicht. Nur die besonders nötigen Kleidungsstücke (siehe oben) sollen hier abgegeben werden. Mittelfristig soll in jeder Gemeinde eine Sammelstelle eingerichtet werden. Die Verwaltungen geben Auskunft. Großalmerode, Bad Sooden-Allendorf und Waldkappel sind schon vorbereitet. In Berkatal ist Pfarrer Eberhard Laukner Ansprechpartner. Andere Gemeinden ziehen jetzt nach.

Sind die Flüchtlinge auf das deutsche Klima vorbereitet?

Nein, sie wissen nach Angaben der Hilfskräfte nicht genau, was das deutsche Wetter für Überraschungen parat hält. „Deswegen denken sie auch nicht langfristig“, sagt Joachim Damen-Lux, einer der Koordinatoren der Hilfsgüter. Wenn es am Tag der Kleiderausgabe regnet, decken sie sich mit Regenkleidung ein. „Dass es im Winter kalt werden könnte, wissen viele nicht und lassen sich auch nicht überzeugen“, sagt Lux. Socken kennen viele nicht, besonders Männer weigern sich, sie anzuziehen. Besonders Kinder werden betroffen sein. Für die meisten gibt es noch keine Jacken.

Was kann man für die Kinder tun?

Im Erstaufnahmelager in Hessisch Lichtenau sind viele Familien untergebracht. Nicht nur warme Kleidung und Schuhe sind gefragt. Seit gestern gibt es dort ein Kinderzelt. Zur Beschäftigung sind Spielzeuge und Bücher wichtig. Kuscheltiere nur, wenn sie neuwertig sind. Ansonsten könnten sie Krankheiten übertragen. 

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