Wohlfahrtspflege und Träger fordern mehr Zeit für wertige Betreuung in Kitas

Werra-Meißner. Die Liga der Freien Wohlfahrtspflege Hessen hat zusammen mit Kita-Leiterinnen und den Trägern der Kindergärten im Kreis von der Landesregierung Nachbesserungen für das Kinderförderungsgesetz (Kifög) gefordert.

Im Wesentlichen verlangen sie mehr Zeit, damit die Erzieher eine qualitativ ansprechende Betreuung der Kinder gewährleisten können. „Zeit ist ein Türöffner zu hohen Qualitätsstandards“, sagt Martin Weisbecker, Geschäftsführer des Awo-Kreisverbands Werra-Meißner. 

Die Liga der Freien Wohlfahrtspflege möchte das momentane Anhörungsverfahren des 2013 vorgelegten Gesetzes nutzen, um Überarbeitungswünsche einzubringen. Gefordert sind Nachbesserungen in fünf Punkten: 

• mehr Personal 

• kleine Gruppen

 • Zeit für Leitungsaufgaben 

• Zeit für Kinder und Eltern 

• gleiche Bedingungen für Kinder mit und ohne Behinderung.

 Seit der Einführung des Kifög wurden per Gesetz mehr administrative Pflichtaufgaben festgeschrieben, sagt Regine Haber-Seyfarth von der Diakonie Hessen. „Gibt es keine festgeschriebenen Leitungszeiten, kollabiert das gesamte System.“ Weisbecker erklärte, dass Kindertagesstätten heutzutage keine Aufbewahrungsanstalten mehr seien, sondern Bildungseinrichtungen. „Gute Bildung braucht Vorbereitungszeit.“ Die Petition findet man unter www.openpetition.de/petition/online/kifoeg-so-gehts-qualitaet-hat-vorfahrt Wohlfahrtspflege, Träger und Kommunen begrüßen grundsätzlich die geplante Beitragsfreiheit für Regelkinder. Landtagsabgeordnete Lena Arnoldt verspricht für die Regierungskoalition, die Nachbesserungswünsche in die Beratungen miteinzubeziehen. „Wir investieren so viel wie nie zuvor in die Kleinkindbetreuung, die aber in der Zuständigkeit der Kommunen liegt.“ 2018/2019 seien es 49 Millionen zusätzlich, ab 2020 jährlich 50 Millionen Euro.

Hintergrund: Das hat das Kifög 2014 verändert

Mit dem Hessischen Kinderförderungsgesetz (Kifög) wurden nach Angaben des hessischen Sozialministeriums die Fördersystematiken vereinheitlicht und übersichtlicher. Die Landesförderung für Tageseinrichtungen richtet sich seit 2014 nach der Anzahl der in den Einrichtungen betreuten Kinder zum Stichtag 1. März. Damit erhält jedes Kind in einer Tageseinrichtung künftig nach Alter und Betreuungsdauer dieselbe Förderpauschale. Im Kifög wurden Mindeststandards für Tageseinrichtungen verbindlich festgeschrieben. Der personelle Mindestbedarf einer Tageseinrichtung ist seitdem kindbezogen zu errechnen, nicht mehr gruppenbezogen.

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