Wohnen mit Concierge im denkmalgeschützten Haus in Eschwege

Hilfe im Alltag: Concierge Dietmar Pirker bietet den Mietern im Wohnprojekt der Werraland Werkstätten an der Bahnhofstraße in Eschwege seine Dienste an. Ann-Sophie Bernhardt und Nino Langendorf leben seit Dezember in dem Acht-Parteien-Haus, das aufwendig saniert wurde. Die Wohnungen sind barrierefrei, das Gebäude hat einen Fahrstuhl. Foto: Sagawe

Eschwege. Ann-Sophie Bernhardt und Nino Langendorf haben lange vergeblich nach einer barrierefreien Wohnung gesucht – zunächst in Kassel, später in Eschwege. Erst als das junge Paar vom Concierge-Wohnen in der Kreisstadt erfuhr, war das passende Angebot gefunden.

Die Werraland Werkstätten haben ein denkmalgeschütztes, aber stark sanierungsbedürftiges Mehrfamilienhaus an der Bahnhofstraße in Eschwege gekauft, anschließend aufwendig umgebaut und saniert. Anfang Dezember zogen die 23-jährige Ann-Sophie Bernhardt und ihr ein Jahr jüngerer Partner in die schmucke, behindertengerechte Zwei-Zimmer-Wohnung im zweiten Obergeschoss ein. Barrierefreiheit war Voraussetzung: Nino Langendorf ist an den Rollstuhl gefesselt. Der Personalsachbearbeiter, der im Polizeipräsidium Nordhessen in Kassel arbeitet und jeden Tag pendelt, benötigt für seine Mobilität in den eigenen vier Wänden breitere Zimmertüren und ein speziell ausgestattetes Bad. Im Gebäude der Werraland Werkstätten findet er all das. Und: Für die vielen Kleinigkeiten des Alltags – angefangen vom Batteriewechsel im Rauchmelder bis zu kleineren Handwerkerleistungen – bietet Concierge Dietmar Pirker rund um die Uhr seine Dienste an.

15,50 Euro zahlen die Mieter in dem neuen Wohnmodell pro Stunde, wenn Pirker für sie tätig wird. Er übernimmt Arbeiten in der Wohnung, Dienstleistungen außer Haus und vermittelt Handwerker. Darüber hinaus stehen zwei Autos mit Rollstuhlrampe zur Verfügung, mit denen der Concierge Chauffeurdienste leistet.

Die Nachfrage nach dem Wohnangebot der Werraland Werkstätten ist groß. „Wir hatten 35 Bewerbungen für die insgesamt acht Wohnungen“, berichtet Vorstandsvorsitzender Gerd Hoßbach.

„Als wir das Angebot entwickelt haben, waren eigentlich ältere Menschen die Zielgruppe“, sagt Hoßbach. Tatsächlich reicht die Altersstruktur von jungen Menschen bis zu Bewohnern im Alter von über achtzig Jahren. 1,3 Millionen Euro haben die Werraland Werkstätten in das Projekt investiert. Ortsübliche Mieten sind nur möglich, weil die Wohnanlage mit 300 000 Euro aus dem Fördervorhaben „Sanierungsgebiet Bahnhofsumfeld“ bezuschusst wurde.

Von Harald Sagawe

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