Wohnen im Lagerhaus

Eschweger SPD diskutiert mit Bürgern über die Stadt

Einzelhandel, Wohnen und Kultur: Die Speicherhäuser an der Werra in Eschwege zwischen Stad und Schlossplatz bieten sich aus Sicht der SPD für ein modellhaftes Projekt an. Foto: Sagawe

Eschwege. Die alten Lagerhäuser an der Werra zwischen dem Schlossplatz und dem Stad sind nach Auffassung der Eschweger Sozialdemokraten hervorragend geeignet für ein städtebauliches Modellprojekt. „Einzelhandel, Kultur und Wohnen ließen sich in dem Gebäudekomplex wunderbar kombinieren“, sagt Fraktionsvorsitzender Alexander Feiertag.

GESPRÄCH MIT BÜRGERN 

Stadtentwicklung stand beim Bürgergespräch der Eschweger SPD am Dienstagabend in der Stadthalle im Mittelpunkt. Rund 80 Teilnehmer diskutierten über mögliche Projekte. Zentrumsnahes Wohnen in zeitgemäßen Räumlichkeiten zu bezahlbaren Preisen wird verlangt, attraktive Einzelhandelsflächen sind gefragt. Zu moderner Stadtentwicklung gehört auch die Pflege des Umfeldes: Straßen und Plätze.

PROJEKTGESELLSCHAFT 

„Wir wollen die städtische Projektentwicklungsgesellschaft (PEG) reaktivieren, stärken und personell so ausstatten, dass sie Modernisierungsprojekte umsetzen kann“, so Feiertag. Das funktioniere aber nicht nebenbei. Bedarf an zusammenhängenden Einzelhandelsflächen gibt es in Eschwege allemal.

Wirtschaftsförderer Wolfgang Conrad und Stadtmanager Wolf-Dietrich von Verschuer hatten zuletzt die geplante Zusammenlegung von ungenutzten Einzelhandelsflächen an der Forstgasse mit der Schlossgalerie befürwortet. Für die SPD wäre nur konsequent, diese Idee weiterzudenken und die innerstädtische Einzelhandelsachse bis zum Nikolaiplatz zu führen. „Es gibt einen Haufen Leerstand in Eschwege“, sagt Feiertag. Hier müsse mit Eigentümern geredet, Projektmöglichkeiten entwickelt und Geldgeber gefunden werden.

ETWAS GROßES 

Ungenutzte Gebäude könnten dann für sich modernisiert und vermarktet werden. Feiertag: „Oder wir machen etwas Großes.“ Eines dieser großen Projekte könnte der Lagerhauskomplex an der Werra werden. Ein gewerblicher Anteil mit Einzelhandel könnte durch kulturelle Nutzung ergänzt werden. In den oberen Etagen böte sich die Möglichkeit für zentrumsnahes Wohnen. Für Feiertag denkbar: preiswerte Wohnungen in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem hochwertigen Angebot, das dann auch etwas kosten darf. „Die Bedürfnisse sind durchaus unterschiedlich“, sagt Feiertag. Wohnungen über zwei Etagen, vielleicht auch mit Dachterrasse, wären überlegenswert.

Der Gebäudekomplex ist Eigentum einer Immobiliengesellschaft, die nach Angaben von Wirtschaftsförderer Conrad verkaufsbereit ist. 350 000 Euro sei vor einigen Jahren als Preis für das Ensemble genannt worden. Vorbild für die Finanzierung von Kaufpreis und Baukosten könnte das Bürgersolarprojekt sein, das vor einigen Jahren in Eschwege mit großem Erfolg aufgelegt worden war.  Hintergrund

WOHNUMFELD 

Wohn- und Lebensqualität definieren sich auch an der Umgebung. Der Werratalsee und die Werra, preiswerte Kindergartenplätze und einige andere Themen beschäftigten die Besucher am Dienstagabend ebenfalls. „Wir wollen den Gedankenaustausch unbedingt wiederholen“, sagt Feiertag.

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