Hennes Bender überzeugt auf der Bühne im E-Werk mit seinem Programm „Kleinlaut“

Wortmarathon im Falsett

Spricht schneller als man hört: Hennes Bender reißt das Publikum im E-Werk mit. „Ich bin sehr religiös, und ich steh auch dazu: Ich bin nämlich Jedi - allerdings kein Jedi-Meister, also bin ich Padawan.“ Foto: Weber

Eschwege. Klein und laut, so kennt man ihn. Deshalb heißt das aktuelle Programm von Hennes Bender, das er auf der Bühne im E-Werk in Eschwege vorstellte, auch kurzum nur „Kleinlaut“.

Die Augen leicht zusammegekniffen, die Hände erhoben, wie ein Eichhörnchen auf dem Sprung, der Blutdruck signifikant erhöht und die Stimme schlägt ins Falsett um - so legt der Comedian aus Bochum los. Ein Hobbit auf Speed, wie er selbst sagt. Dann spricht der bekennende Star-Wars-Fanboy schneller, als man im Grunde zuhören kann. Er gießt einen steten Strom von dahingeratterten Pointen über das Publikum aus, der mal nach hier und mal nach dort mäandert.

Hennes Bender kommt vom Hundertsten ins Tausendste. Eben ist er noch bei der NSA-Affäre, dann schon bei der Relevanz von Markus Lanz, beim nervtötenden Homeshopping und im nächsten Satz nahtlos bei der Freundlichkeit der Berliner Taxifahrer. Schließlich entlarvt er sein Lieblingsfeindbild: „Unheilig? Das ist doch eine Mischung aus Rammstein und Michael Wendler. Ich nenne diese Musikrichtung: Beerdigungspop. Vertonte Poesiealbumslyrik.“

Wie dieses kunterbunte Themengemisch zusammengehört? Gar nicht. Wer sich diese Frage allerdings stellt, hat währenddessen schon den Anschluss ans Thema verpasst. Aber Hennes Bender kann auch wunderbar spontan das Publikum in seinen Wortstrom mit einbeziehen. Als Christian aus Thüringen während des Programms auf Toilette geht, muss der ganze Saal warten, bis er wieder da ist und es im Text weitergehen kann.

Das Schöne aber ist, Hennes Bender kann sich an Eschwege als Ort erinnern, in dem er schon zweimal beim Open Flair aufgetreten ist. Dann fühlt sich das Publikum tatsächlich angesprochen, wenn er Witze wie diesen macht: „Damals gab es noch keine Handys. Also, es gab schon Handys, aber eben in Bochum noch nicht - na, da würde ich in Eschwege jetzt mal nicht zu laut drüber lachen!“

Von Kristin Weber

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