Neuer Geschäftsführer von Sahm sieht in der Familientradition der Starlinger-Gruppe das Erfolgsrezept

Wuermeling setzt auf Familie

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Geschäftsführer Bernhard B. Wuermeling führt Frauke Syring vom Verband der Metall- und Elektrounternehmen Hessen durch die Produktion. Die Mitarbeiter Markus Rolf und Jürgen Lichtblau sind seit 27 bzw. 32 Jahren bei Sahm.

Die Firma Sahm hat seit 21. Mai einen neuen Geschäftsführer. Bernhard B. Wuermeling macht allerdings nicht alles neu wie der Mai, denn dem Betrieb geht es gut.

Von Helmut Mayer

Eschwege. Die Firma Sahm hat seit 21. Mai einen neuen Geschäftsführer. Bernhard B. Wuermeling macht allerdings nicht alles neu wie der Mai, denn dem Betrieb geht es gut. Der 49-jährige verheiratete Vater zweier Kinder pendelt zwischen Idstein und Eschwege, weil seine Frau auch berufstätig ist und er seinen Kindern einen Schulwechsel ersparen möchte. Er wohnt zentral am Marktplatz, „wenn, dann richtig, und langfristig werden wir nach Eschwege ziehen“. Johannisfest und Open Flair war er nach eigenen Angaben „voll dabei“.

Wuermeling plant mit Weitsicht, setzt privat und beruflich auf Familie. Und weil Starlinger ein deutschsprachiges Familienunternehmen mit Tradition ist, das im Gegensatz zu amerikanischen Konzernen nicht auf das schnelle Geld schielt, sieht er den Standort Eschwege in keiner Weise in Gefahr. Im Gegenteil, der „extrem hohe Erfahrungsschatz bei Sahm mit überdurchschnittlich vielen langjährigen Mitarbeitern ist ein Garant für die Sicherheit des Standortes“, betont Wuermeling, wohlwissend, dass neue Chefs in Belegschaft und Bevölkerung meist zu Verunsicherung führen. Sein Vorgänger sei übrigens gegangen, weil er die Chance hatte, sich selbstständig zu machen.

Hoher Erfahrungsschatz

„60 Prozent der Erfahrung stecken in den Köpfen der Mitarbeiter“, so Wuermeling. Eine Optimierung sei nicht notwendig, weil der Laden brummt, wie man so schön sagt, aber immer möglich. Der neue Chef setzt auf Lean Manufacturing. Dabei setzt man beispielsweise auf geringst-mögliche Materialliegezeit und ein Mitarbeiter begleitet die komplette Produktion eines Teils, nicht mehr mehrere Leute hintereinander. So sei in drei Jahren eine 20-prozentige Optimierung möglich, ohne Mehrarbeit, und die Verbesserungen kommen allesamt von den Mitarbeitern, erläutert Wuermeling. Das führe zu mehr Flexibilität und schnellerer Reaktion auf den Markt.

170 sind es derzeit, darunter 18 Auszubildende in den Berufen Industriekaufmann, Mechatroniker, Industriemechaniker, Zerspanungstechniker. Frauke Syring vom Verband der Metall- und Elektrounternehmen Hessen lobt diesen überproportionalen Anteil, landesweit seien es nur sechs Prozent, der ebenfalls zur Langzeitstrategie von Sahm gehört. Gute Leute von der Abteilungsleiterebene aufwärts nach Eschwege zu holen sei schwierig, deshalb bilde man sie sicherheitshalber selber aus und halte damit Fachkräfte in der Region. Allein in diesem Jahr feiern acht Mitarbeiter 25-jährige Betriebszugehörigkeit.

Sahm macht 35 Mio. Euro Umsatz mit einer Exportquote von 70 Prozent nach Asien, USA und Europa. Die Firma ist weltweit durch Handelsvertretungen präsent, hat Büros in USA, China und Indien. In letzteren beiden Region werden auch bei Spul- und Wickelmaschinen hohe Wachstumsraten erwartet, Sahm wird darauf reagieren können, ist Bernhard B. Wuermeling überzeugt.

Er, der so stark auf Familie setzt, hatte einen berühmten Opa: Franz-Josef Wuermeling war Familienminister unter Adenauer und hat den Bahnpass für kinderreiche Familien eingeführt.

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