Holzbock und Holzwurm zerstörten Kirchendach - Heute Richtfest für neues Gebälk

Da war der Wurm drin

Großbaustelle: Nicht nur die Dachziegel, sondern das komplette Gebälk wird ausgetauscht. Dafür wurde die ganze Kirche eingerüstet und die Seitenschiffe mit dicken Balken gestützt. Rechts Pfarrer Anton Becker und der ehrenamtliche „Polier“ Günter Homeier. Foto: 

Niederhone. Ohne Dach, komplett eingerüstet, mit Planen bedeckt und nicht benutzbar ist die evangelische Kirche in Niederhone dennoch ein Hingucker. Das liegt an der imposanten Balkenkonstruktion, die die Außenwände während des Dachaustausches stützen.

Die Sanierung hat mit dem Aufbau des Krans am 10. Juni 2013 begonnen, rund um Pfingsten und die Konfirmation 2014 sollen die Arbeiten beendet sein, ist Pfarrer Anton Becker optimistisch. Er muss es wissen, hat er den Fortgang doch täglich vor Augen und gibt Auskunft über die Ursache der aufwändigen und kostspieligen Unternehmung.

2001 hat man auf der Suche nach der Ursache für von oben in die Kirche eindringendes Wasser marode Kehlen an aufeinandertreffenden Dachflächen ausgemacht und dabei auch entdeckt, dass das Gebälk vom Hausbock befallen war. Stellenweise Reparatur kam nicht in Frage, es musste ein neues Dach her, empfahl der begutachtende Architekt der Landeskirche.

Als ob das nicht genug wäre fand sich auch noch der Holzwurm in der Decke. Kostenpunkt der Großbaustelle: 560 000 Euro, die von der Landeskirche und dem Kirchenkreis getragen werden, erläutert Pfarrer Becker während einer Baustellenbesichtigung zwei Tage vor dem Richtfest, das heute um 16 Uhr gefeiert werden soll.

Drei Firmen arbeiten an Dach, Decke und Natursteinen, daneben wurden schon 780 Stunden Eigenleistung von ehrenamtlichen Helfern erbracht, an ihrer Spitze Günter Homeier.

Es kommen wieder schwarze Ziegel drauf und auf die Erfüllung der Auflagen wird geachtet: Die Unteransicht der Decke und die Außenansicht des Daches müssen wie vorher sein.

Auch das Innere der Kirche besteht nur aus Gerüsten, die Bänke sind abgebaut und am Rand gestapelt, die Orgel ist wasserdicht verpackt, denn trotz aller Planen, es bleibt ein Provisorium.

Sogar die Buntglasfenster sind nicht mehr da, sie werden restauriert. Diese Nebenbaustelle liegt Pfarrer Becker besonders am Herzen. Sie wird nicht aus der großen Summe finanziert, sondern aus Spenden wie beispielsweise dem Verkauf der Sonnenblumen an den Ortseingängen von Oberhone und Jestädt kommend.

Von Helmut Mayer

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