Im Werra-Meißner-Kreis geht die Zahl der Konfirmanden zurück

Werra-Meissner. Die Anzahl der Konfirmationen ist in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Das liege vor allem am demografischen Wandel im Werra-Meißner-Kreis, wie Kirchenvertreter berichten.

Im Kirchenkreis Witzenhausen ließen sich 2006 noch 346 Jugendliche konfirmieren. Für 2015 meldet Dekanin Ulrike Laakmann 275 Konfirmanden, 2016 sind es nur noch 195 Mädchen und Jungen. Auch im Kirchenkreis Eschwege sind die Zahlen eher rückläufig. Verzeichnete Dekan Dr. Martin Arnold 2006 noch insgesamt 444 Konfirmationen, sind es 2015 nur noch 377. Im vergangenen Jahr waren es 240 Jugendliche. Den Rückgang der Konfirmationen beobachten die evangelischen Kirchen schon seit Jahren. Doch das sei insgesamt dem demografischen Wandel, also beispielsweise der niedrigen Geburtenrate, geschuldet. „Das Interesse an der Konfirmation ist nach wie vor sehr groß“, berichtet Arnold. Denn der Unterricht vermittle Orientierung und greife Fragen aus dem Leben der Jugendlichen auf. Auch die Erfahrung von Gemeinschaft und das Kennenlernen der Kirchengemeinde seien für Jugendliche weiterhin wichtig.

Innerhalb der katholischen Kirche finden Firmungen alle zwei Jahre statt. Kaplan Josef Alber beobachtet ebenso einen leichten Rückgang, sieht den Grund hierfür aber eher bei den Jugendlichen selbst: „Die Firmlinge entscheiden immer zum Ende des Unterrichts, ob sie sich firmen lassen. Einzelne steigen dann aus.“ Häufige reiße die Bindung an die Kirche bereits nach der Erstkommunion ab. Der katholische Pfarrer Hans-Jürgen Wenner berichtet für den Kirchenkreis Witzenhausen von einer stabilen Anzahl der Firmungen.

Die Jugendweihe, bei der der Übergang zum Erwachsenen ohne kirchlichen Hintergrund gefeiert wird, spiele im Kreis keine Rolle, wie die Kirchenvertreter einstimmig berichten. (juh)

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