Versorgungsassistenten entlasten Mediziner bei Hausbesuchen

Zahl der mobilen Arzthelferinnen steigt

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Kerstin Eschtruth, mobile Versorgungsassistentin

Werra-Meißner. Immer mehr Arztpraxen gehen mit mobilen Arzthelfern gegen die Folgen des demografischen Wandels vor. Denn die älter werdende Bevölkerung in ländlichen Gebieten stellt vor allem Allgemeinmediziner vor Herausforderungen.

Im Werra-Meißner-Kreis steigt die Zahl der Versorgungsassistentinnen (Verah) in der Hausarztpraxis: Das Gesundheitszentrum Gelstertal beschäftigt aktuell drei solcher Verahs und bildet eine vierte aus. Auch in der Praxis von Dr. Gert Hünermund im Ringgau arbeiten zwei Verahs.

Die Helfer absolvieren Hausbesuche, bei denen der direkte Arztbesuch aus medizinischer Sicht nicht notwendig ist. Dies ist häufig bei Patienten der Fall, die alters- oder krankheitsbedingt nicht mehr mobil sind. Seit 2013 schon schickt das Gesundheitszentrum Gelstertal seine Praxisassistentinnen hinaus zu Hausbesuchen, sagt Leiter Dr. Jan Purr. „Ihr Einsatz hat sich bewährt. Die Anforderungen an Ärzte sind extrem gestiegen. Es fehlt einfach die Zeit für Hausbesuche“, sagt Purr. Zu lange, sagt der Mediziner, galt eine Verah als finanziell unsicheres Projekt. „Es war und ist immer noch kein Geldgenerator“, betont Purr.

Eine Verah schließe aber medizinische Versorgungslücken. „Sie erfüllt eine Feuerlöscherfunktion, ist quasi der verlängerte Arm der Ärzte und hilft, die medizinische Versorgung dort zu erhalten und sogar zu verbessern, wo sie langsam schwindet“, beschreibt es Purr. Dabei unterstützen die mobilen Arzthelferinnen die Praxen bei der Diagnose und Therapie von Krankheiten, erstellen Versorgungspläne und dokumentieren den Gesundheitsstatus der Patienten. Die Fortbildung, sagt Kerstin Eschtruth, die Verah des Gesundheitszentrums Gelstertal, könne jeder mit einer abgeschlossene Ausbildung in einem medizinischen Krankenberuf sowie mindestens fünf Jahren Berufserfahrung machen. (mle)

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