Jobangebot für 20-Jährige mit Asperger-Syndrom

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Symbolbild

Eschwege. Kathrin Müller (Name von der Redaktion geändert) bekommt eine Chance. Die 20-Jährige leidet am Asperger-Syndrom und suchte seit drei Jahren trotz Realschulabschlusses vergeblich nach einem Ausbildungsplatz (wir berichteten in der Samstagausgabe darüber).

Jetzt hat sich eine Eschweger Zahnarztpraxis gemeldet und will der jungen Frau helfen. „In meiner Praxis ist eine Ausbildungsstelle frei - gerne auch (. . .) ein Praktikum“, schreibt die Zahnmedizinerin in ihrer E-Mail an die Redaktion. Sie sei offen für eine syndrombezogene Begleitung bei der Ausbildung mit Rückzugsphasen und eventuell einem Mentor bei schwierigen Situationen“ bietet die Ärztin an. „Die Einschränkungen sind mir sehr bewusst - meine kleine Praxis sollte flexibel genug sein, um den Bedürfnissen zu entsprechen“, schreibt sie weiter. Zu dem Artikel sind auch zahlreiche Online-Kommentare eingegangen. So schreibt beispielsweise Marion L.: „Die Problematik mit den Ausbildungsplätzen im Werra-Meißner-Kreis kenne ich nur zu gut. Ich finde ebenso keine Ausbildungsstelle trotz Fachabiturs.“ Ursa S. wundert sich: „Gibt es in Eschwege keine Ausbildungen im IT-Bereich o.ä.? Darin sind doch gerade Menschen mit Asperger genial.“ Nicole G.: kommentiert: „Kann die junge Frau sehr gut verstehen. Arbeite selbst auch in dieser Einrichtung. Obwohl die Arbeiten abwechslungsreich sind, fühlt sich mancher unterfordert bei einigen Tätigkeiten. Bin 55 Jahre. Und mir geht’s auch so . . . ThaHawk bedauert: „Das Schicksal ist tragisch, aber kein Fall der auf die Behinderung begrenzt ist. Es gibt genug Realschulabschließer aber auch Abiturienten, die an die hundert Bewerbungen schreiben und hier in der Region nur Absagen erhalten und dann die Region verlassen. Schon mal ne Studie gemacht bei den Abschlussklassen wie viele hier eine Ausbildung anfangen und wie viel weggehen? (. . .) Keine Chance für junge Leute heißt langfristig auch keine Chance für diesen Kreis." (hs)

Hintergrund

Unter dem Asperger-Syndrom versteht man eine tiefgreifende Entwicklungsstörung innerhalb des Autismussprektrums. Die Schwächen zeigen sich hauptsächlich in den Bereichen der sozialen und interaktiven Kommunikation. Bei manchen Menschen fällt das Asperger-Syndrom mit einer Hoch- und Inselbegabung zusammen. Das Asperger-Syndrom gilt als angeboren und nicht heilbar. Es macht sich etwa vom vierten Lebensjahr an bemerkbar.

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