Zehn-Jahres-Rhythmus: Mitarbeiter des Zentralklärwerks reinigen Faulturm

Pause nach 30 Minuten: Die Mitarbeiter des Zentralklärwerks arbeiten bis zu 30 Minuten am Stück im Faulturm. Die Arbeit ist anstrengend. Die Männer tragen Atemschutzgeräte. Foto: Sagawe

Eschwege. Eigentlich sollte der Faulturm im Eschweger Zentralklärwerk im Zehn-Jahres-Rhythmus gereinigt werden. Die jüngste Revision liegt schon etwas länger zurück. 2001 wurde der Turm nach Angaben Stephan Bauers zuletzt komplett geleert. Nun war es wieder so weit.

40 Kubikmeter Material, das nicht abbaubar ist, habe sich angesammelt, berichtet der Leiter des Entsorgungsbetriebs. Mitarbeiter des Klärwerks haben den 21,5 Meter hohen Turm, der ein Volumen von 2300 Kubikmetern hat, jetzt geöffnet und gereinigt.

Im Faulturm wird die Biomasse aus der Kläranlage gesammelt. Methan wird entzogen und im Blockheizkraftwerk des Entsorgungsbetriebs in Energie umgewandelt. Übrig bleiben die verschiedenen künstlichen Verbindungen, die organisch nicht abbaubar sind. Auch Sand und Steine sammeln sich in dem bis zu 14 Meter im Durchmesser großen Behälter. Das Material muss jetzt herausgebracht werden. Im halbstündigen Rhythmus wechseln sich die Mitarbeiter des städtischen Betriebs ab. Nach 30 Minuten mit Atemschutzgerät in dem Turm sind die Männer mit ihren Kräften am Ende.

Wegen der noch immer hohen Metankonzentration und der damit verbundenen Explosionsgefahr muss Funkenflug während der Arbeiten verhindert werden.

Im gewöhnlichen Gärprozess entwickeln sich pro Stunde 45 Kubikmeter Faulgas mit einem bis zu sechzigprozentigen Methangasanteil. Im Blockheizkraftwerk erzeugt das Klärwerk bis zu 100 Kilowattstunden. Bis zur Hälfte des eigenen Energiebedarfs wird so hergestellt. „Abwasserreinigung ist sehr energieintensiv“, erklärt Stephan Bauer den hohen Verbrauch.

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