DGB warnt vor Jugendarmut trotz Anstellung

Ein Zehntel der Jugendlichen ist arm

Werra-Meißner. Fast ein Zehntel der Jugendlichen im Werra-Meißner-Kreis sind direkt von Armut betroffen. Jugendarmut sei damit längst keine gesellschaftliche Randerscheinung mehr, heißt es in einer Pressemitteilung des DGB Nordhessen. „Diese jungen Menschen erfahren die gesellschaftliche Spaltung bereits in jungen Jahren, indem sie in Verzicht aufwachsen und ein höheres Risiko für eine mehrfache Benachteiligung haben“, sagt André Schönewolf, Jugendbildungsreferent beim DGB in Nordhessen.

Bereits während der Schulzeit oder noch in der Ausbildung seien 1019 Jugendliche zwischen 15 und 25 Jahren im Werra-Meißner-Kreis auf Hartz IV angewiesen. Nur ein Fünftel der jugendlichen Hartz-IV-Empfänger seien arbeitslos gemeldet. Die überwiegende Mehrzahl besuche noch die Schule, sei in der Ausbildung oder habe eine feste Anstellung. „Ein schlichtes Parken in beruflichen Warteschleifen oder die Zuweisung in Ein-Euro-Jobs hilft nicht“, betont Schönewolf.

Der DGB fordert, leistungsschwächere Schüler früher zu fördern und Beratungs- und Betreuungsangebote unter einem Dach zu bündeln. Jugendliche, die ausgebildet werden können, dürften nicht länger mit berufsvorbereitenden Maßnahmen „abgespeist werden“, fordert der DGB. Es brauche existenzsichernde Löhne, um die Jugendarmut zu bekämpfen. (akh)

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