Zuhause alt werden: Im Kreis fehlen zurzeitTagespflegeplätze

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Werra-Meißner. Der Bedarf an großen Senioren- und Pflegeheimen im Werra-Meißner-Kreis ist gedeckt. Aufholen muss der Kreis bei den Tagepflegeplätzen. 

Weil viele ältere Menschen so lange wie möglich in ihren eigenen Wohnungen leben wollen, sehen Heidi Bevern-Kümmel, Leiterin des zuständigen Fachbereichs beim Landkreis, und ihre Stellvertreterin Myriam Lamotte-Heibrock dagegen einen großen Bedarf an Tagespflegeplätzen, vor allem im Südkreis. Nur 3,7 Prozent aller Pflegebedürftigen nutzen diese Form der Betreuung – der Landesschnitt liegt bei 6,5 Prozent.

Aktuell werden rund 78 Prozent der Senioren im Kreis von ihren Angehörigen gepflegt – das ist Rekord in Hessen. „Die pflegenden Angehörigen werden aber immer älter und brauchen selbst bald Hilfe“, prognostiziert Lamotte-Heibrock. Problematisch sei, dass die Kinder der heute 60- bis 65-Jährigen oft nicht mehr im Kreis leben. Daher könne die Pflege künftig nicht mehr allein von Angehörigen und Ehrenamtlichen geleistet werden. „Die ambulante und teilstationäre Pflege muss ausgebaut werden.“

Laut aktueller Hochrechungen wird die Zahl der Menschen über 60 Jahre bis zum Jahr 2030 zunächst von derzeit 32 500 af 37 000 Personen steigen – ein Plus von 14 Prozent. Danach soll die Zahl danach bis zum Jahr 2040 wieder auf rund 33 000 Personen sinken. Weil der Bedarf nach Pflegeplätzen in den kommenden 25 Jahren also schwanken wird, sei es sinnvoller, auf flexiblere Betreuungsmodelle zu setzen. Der Kreis unterstützt zwar bedürftige Senioren bei der Zahlung der Pflegekosten, in den Bau von Einrichtungen könne er aber nicht investieren, sagt Bevern-Kümmel.

Erste Schritte von Investoren gibt es schon: Die Diacom Altenhilfe, ein selbstständiger diakonischer Träger in der Rechtsform einer gemeinnützigen GmbH, baut derzeit eine Tagespflegeeinrichtung in Großalmerode – die dritte im Kreis nach Hessisch Lichtenau und Wanfried. Der DRK-Kreisverband Witzenhausen hat 2017 einen ambulanten Pflegedienst aufgebaut. 

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