Zukunfts- und Trendforscher Kai Arne Gondlach sprach in Eschwege über die Digitalisierung

Referierte in Eschwege: Zukunfts- und Trendforscher Kai Arne Gondlach. Foto: Heinz

Eschwege. Das Netzwerk Initiative Wirtschaft Eschwege (Niwe) hatte für Dienstag 70 Gäste in den Showroom des Autohauses am Brückentor eingeladen. Zu Gast war der Zukunfts- und Trendforscher Kai Arne Gondlach, der mit seinem Impulsvortrag einen Ausblick auf das Leben und die Arbeitswelt in der Zukunft gab.

Fragen und Antworten zu der Veranstaltung:

Wie wurde Kai Arne Gondlach bekannt?

Mit seinem Auftritt auf einer Podiumsdiskussion der Grünen in Berlin und mit den Inhalten seiner Masterarbeit „Kostenloser ÖPNV: Utopie oder plausible Zukunft? Risiken und Chancen für die Deutsche Bahn“ trug Gondlach zur parteipolitischen Meinungsbildung bei. Dank seines Einwurfs hat sich die Partei mit der Ticketfreiheit beschäftigt und im März 2015 eine öffentliche Debatte über das Bürgerticket in Berlin angestoßen.

Was macht ein Zukunftsforscher?

„Wir befassen uns mit den Bildern, die heute schon vom Morgen existieren“, so Gondlach, der sich in seinem Beruf primär mit wissenschaftlichen Untersuchungen zu möglichen zukünftigen Entwicklungen beschäftigt. So nimmt Gondlach unter anderem Kontakt zu Entscheidern von großen Unternehmen auf, die vorausdenken und ihre Branche prägen. Aus einer Vielzahl solcher Gespräche spürt der Querdenker Entwicklungspfade auf.

Worum ging es in seiner Rede „So leben und arbeiten wir in der Zukunft“?

Der Senior Reseacher von Deutschlands und mittlerweile auch Europas innovativstem Trendforschungsinstitut, „2B AHEAD ThinkThank“, erklärte die möglichen Entwicklungskurven hervorgerufen durch das Innovationspotenzial der Digitalisierung anhand von anschaulich dargestellten Beispielen, die er immer an das ortansässige Publikum angepasst hat. Die Zuhörer wurden mit Entwicklungsszenarien aus dem Gesundheitssystem, der Automobilindustrie und auf dem Arbeitsmarkt konfrontiert. In allen Bereichen wurde deutlich, dass, wenn das Fundament erst mal gelegt ist und die Digitalisierung einmal Fahrt aufgenommen hat, sie nicht mehr zu stoppen ist und viele Vorteile schaffen kann.

Konnten die Gäste aus seiner Rede was mitnehmen?

Ja. Georg Grein von der gleichnamigen Eschweger Firma freute sich: „Für mich war genau das dabei, was bei uns gebraucht wird. Ich finde es spannend, zu sehen, was schon geht.“ Eschweges Wirtschaftsförderer Wolfgang Conrad fand es „inspirierend, sich Gedanken zu machen über eine Zukunft, die nicht mehr weit weg ist.“

Bernd Rudolf, Chef der Econtio GmbH, bewertete viele Punkte als zutreffend dargestellt, allerdings betrachtet der Gewinner des Innovationspreises IT der Cebit den Entwicklungspfad zur Digitalisierung mit Skepsis: „Wenn eine künstliche Intelligenz unsere Entscheidungen übernimmt, dann verlieren wir ein Stück weit die Freiheit unseres Handelns und damit verbunden auch unsere Persönlichkeit. Ich weiß nicht, ob jeder dies als Fortschritt empfindet.“

Von Marvin Heinz

Impulsvortrag der Netzwerk Initiative Wirtschaft Eschwege (Niwe)

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