Enrico Oppel und Rückepferd Max holen Baumstämme aus dem Leuchtbergwald

Max rückt die Eichen aus dem Leuchtbergwald

Eingespieltes Team: Rückeunternehmer Enrico Oppel und das Rheinisch-Deutsche Kaltblut Max ziehen Baumstämme aus dem Leuchtbergwald bei Eschwege. In schwerem Gelände ist das Duo unschlagbar. Foto: Sagawe

Das Rheinisch-Deutsche Kaltblut Max und Rückeunternehmer Enrico Oppel haben ihre Stärken dort, wo schwere Maschinen an ihre Grenzen kommen. In diesen Tagen rückt das Duo im Wald an den Leuchtbergen in Eschwege Holz. Hauptsächlich Eichen werden gefällt. Noch bis Ostern dauern die Arbeiten. Das gesamte Areal ist in dieser Zeit für Spaziergänger gesperrt. Zu gefährlich wäre das Betreten des Waldes während der Baumfällarbeiten.

Eschwege. Enrico Oppel und sein Rückepferd Max sind ein eingespieltes Team. In schwierigem Gelände ist das Duo unschlagbar. Eine halbe Tonne schwere Baumstämme sind für das Rheinisch-Deutsche Kaltblut und den Waldarbeiter kein Problem. „Er hat auch schon einen Festmeter geschafft“, erzählt Oppel mit Stolz.

Noch bis Ostern wird der städtische Wald an den Leuchtbergen in Eschwege durchforstet. Im Auftrag der Kreisstadt pflegt Hessen Forst das Revier. Oppel arbeitet für das staatliche Unternehmen. Bezahlt wird nach Stunden. „In Thüringen rechen wir oft nach Festmetern ab, aber in diesem schweren Gelände geht das nicht“, sagt Enrico Oppel.

Max ist Saisonarbeiter. Im Winterhalbjahr zwischen November und April zieht der zehnjährige Kaltblüter gemeinsam mit dem selbstständigen Rückeunternehmer Baumstämme aus dem Wald. Und wenn Oppel während der warmen Monate Lkw fährt, hat Max Pause: „Im Sommer steht er auf der Koppel.“ Das hat sich der Zwölfjährige dann auch verdient. Mit stoischer Ruhe zieht er einen Baumstamm nach dem anderen den Hang hinauf bis zur Verladestelle am Rand des Waldweges.

Rund 30 Festmeter pro Hektar werden aus dem Bestand gesägt. „Wir kommen auf insgesamt 150 bis 200 Festmeter“, rechnet Revierförster Christoph Beume vor. Hauptsächlich Eiche, „aber auch ein bisschen Nadelholz“ werde geschlagen. „Wir betreiben hier Waldpflege“, erklärt Dr. Thomas Rysavy, Leiter des Forstamtes in Reichensachsen. Totes Holz wird aus den Bäumen geschnitten - das gehört zur Verkehrssicherung in dem Waldstück, das bei Spaziergängern beliebt ist.

Während der knapp zweiwöchigen Arbeiten ist das Areal gesperrt. Rot-weißes Flatterband und Warntafeln mit Totenkopf verbieten den Zugang. Viel zu gefährlich sei das Betreten. „Wer die Absperrung ignoriert, begibt sich in Lebensgefahr“, macht Dr. Rysavy deutlich, dass das kein Spaß ist. Mit fallenden Bäumen oder mitgerissenen Ästen müsse ohne weitere Vorankündigung jederzeit gerechnet werden.

Enrico Oppel und der 800 Kilogramm schwere Max sind modernen „Vollerntern“ und anderem schweren Gerät in dem Waldgelände an den Leuchtbergen überlegen. Wo Maschinen nicht weiterkommen, finden Max und der Unternehmer einen Weg. In der Regel sind die Rückestrecken eher kurz. „In den meisten Fällen ziehen wir die Baumstämme lediglich zwanzig bis dreißig Meter weit“, berichtet Oppel.

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