Französische Auszubildende haben in Eschwege das Berufsleben kennengelernt

Zwei Wochen Dietemann

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Backstube gegen Blumenhandel getauscht: Cyria Braga (rechts) machte ihr Praktikum im Eschweger Gartencenter George, wo sie von Marlena Salata betreut wurde. Zuhause lernt die 20-Jährige in einer Bäckerei.

Eschwege. Zwei Wochen in einem fremden, wenn auch gar nicht so weit entfernten Land, mit anderen Kulturen und Sitten: In dieses Abenteuer haben sich gerade acht Auszubildende aus Frankreich begeben, die ihre französischen Arbeitgeber gegen Eschweger Unternehmen getauscht haben.

„Wir wollten einfach mal erleben, wie es so in Deutschland ist und eben auch, wie in Deutschland gearbeitet wird“, erzählen die Jugendlichen. Aus Épinal in den Vogesen stammen die acht jungen Auszubildenden und Lehrer Benoit Jung. Bei den Vorbereitungen half Viola Groeber von den Beruflichen Schulen Eschwege, der Partnerschule der Pole des Metiers in Épinal.

„Viola Groeber hat vor Ort viel für uns organisiert, den Kontakt zu den Unternehmen hergestellt und uns viel Arbeit abgenommen“, erklärt Lehrer Benoit Jung, der den Austausch zum zweiten Mal leitet.

„Wir wollten einfach mal erleben, wie es so in Deutschland ist und eben auch, wie in Deutschland gearbeitet wird.“

Die Auszubildenden

Im zweiten oder dritten Lehrjahr und zwischen 19 und 22 Jahren sind die Franzosen, die eine Ausbildung im Einzelhandel als Verkäufer machen, deutsch sprechen sie nur ein bisschen. „Mit den Kunden, Kollegen und Chefs reden wir mit Händen und Füßen, ein wenig deutsch und auch ein bisschen englisch“, erklärt die 20-jährige Cyria Braga. Sie absolviert ihr Praktikum im Gartencenter George, zu Hause in Frankreich arbeitet sie in einer Bäckerei. „Es macht mir unglaublich viel Spaß, mehr als in der Bäckerei, ich kann bei der Arbeit sehr kreativ sein, zudem sind alle Leute wahnsinnig nett zu uns“, erzählt Cyria Braga.

Untergebracht ist die Austauschgruppe in der Eschweger Jugendherberge. Neben der Arbeit erkunden die Jugendlichen auch Eschwege und Umgebung, in Kassel und Erfurt war sie bereits zu Ausflüge.

„Die Eschweger Unternehmen waren sehr zuvorkommend und aufgeschlossen, die Zusammenarbeit hat allen großen Spaß gemacht“, erzählt Viola Groeber, Lehrerin an den Beruflichen Schulen. Dort waren die Schüler auch zwei Tage zu Gast, um die deutsche Schule kennenzulernen und um mit anderen Jugendlichen in Kontakt zu kommen. „Die französischen Auszubildenden erhalten mehr Gehalt und müssen weniger Stunden arbeiten, da müssen sie sich hier erst einmal dran gewöhnen“, erklärt Lehrer Benoit Jung die Unterschiede. „Marie hat sich bei uns total super ins Team integriert, und es macht uns sehr viel Spaß, sie bei uns zu haben“, erklärt Grambamboli-Inhaberin Petra Schmiedel.

Dank an die Geschäfte

Neben dem Gartencenter George haben das Modehaus Vockeroth, Mann & Mode, die Bäckerei Hufgard, die Parfümerie Weber, das Tee- und Weingeschäft Grambamboli, das Buchgeschäft Heinemann sowie Tisch & Tafel einen der französischen Auszubildenden für zwei Wochen beschäftigt. „Wir möchten allen Unternehmen noch einmal Danke sagen, dass wir mit ihnen dieses Projekt zum zweiten Mal realisieren konnten“, so Viola Groeber.

Von Sonja Berg

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