Zweieinhalb Jahre Haft für Vergewaltiger einer Praktikantin

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Eschwege. Zu einer Haftstrafe von zweieinhalb Jahren hat das Schöffengericht in Eschwege unter dem Vorsitz von Amtsgerichtsdirektor Dr. Alexander Wachter am Dienstag einen 37 Jahre alten Mann aus der Kreisstadt wegen Vergewaltigung verurteilt.

Dem Vater von drei Kindern hatte die Staatsanwaltschaft vorgeworfen, im Dezember 2014 an seinem Arbeitsplatz eine damals 18-jährige Praktikantin im Pausenraum zum Geschlechtsverkehr gezwungen zu haben.

Der Angeklagte hatte zunächst darauf beharrt, dass der Geschlechtsverkehr einvernehmlich geschehen sei und die Tat „ein Abenteuer“ genannt. Weitere Vorwürfe wie eine versuchte orale Vergewaltigung und diverse Grabschereien wies er zurück.

Erst nach einer Sitzungsunterbrechung und der Überwindung sprachlicher Verständigungsschwierigkeiten zwischen Angeklagtem und Verteidiger mit Hilfe einer Übersetzerin räumte der polnischer Staatsbürger ein, dass alle in der Anklageschrift formulierten Vorwürfe zuträfen. Damit ersparte der 37-Jährige seinem Opfer die Aussage vor Gericht und sich selbst eine härtere Bestrafung. Dr. Wachter machte in der Urteilsbegründung deutlich, dass das umfängliche Geständnis bei der Strafzumessung erheblich ins Gewicht gefallen ist, weil dadurch auf die Befragung des Opfers verzichtet werden konnte. Strafmildernd habe sich außerdem ausgewirkt, dass der Täter beim Opfer auf nur geringen Widerstand gestoßen sei. Strafverschärfend seien die erheblichen Auswirkungen für das Opfer bewertet worden.

Bei einem möglichen Strafrahmen zwischen zwei und 15 Jahren hatte die Staatsanwaltschaft eine Haftstrafe von zwei Jahren und acht Monaten gefordert. Die Verteidigung hatte auf zwei Jahre, ausgesetzt zur Bewährung plädiert.

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