Neue Praxis für Unfallchirurgie

Am Eschweger Klinikum gibt es jetzt einen zweiten Durchgangsarzt

+
OP bisher noch ungenutzt: Dr. med. Andreas Michel in dem neuen OP seiner Praxis im 10. Stock des Krankenhauses in Eschwege.

Mit der Praxis von Dr. Michel hat das Krankenhaus in Eschwege nun gleich zwei sogenannte D-Ärzte im Haus – erste Anlaufstelle für Schul- und Arbeitsunfälle.

Neben der Radiologie und der neurologischen Praxis hat sich nun eine dritte Praxis eines niedergelassenen Arztes in dem Räumen des Klinikums in Eschwege eingemietet. Anfang April hat der Orthopäde und Unfallchirurg Dr. med. Andreas Michel im zehnten Stock des Klinikums in Eschwege seine neuen Praxisräume bezogen. 

Auf einer Fläche von mehr als 200 Quadratmetern ist dort eine hochmoderne Praxis entstanden, die allerdings aufgrund der Corona-Pandemie derzeit noch nicht im vollen Umfang tätig sein kann. Derzeit werden nur Notfall-Operationen vorgenommen.

OP in der Praxis

D-Arzt ist auch der Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie, Dr. med. Axel Blasi, der seit eineinhalb Jahren am Eschweger Klinikum arbeitet.

Seit 2002 war Dr. Michel in Eschwege an der Eschweger Gartenstraße niedergelassen, zuletzt in Gemeinschaftspraxis mit dem Chirurgen Sascha Fieseler. „Unterschiedliche Auffassungen“ von der Ausrichtung der Praxis ließen Dr. Michel eigene Wege gehen. Der Anstoß für die Praxis im Krankenhaus sei vom Klinikum gekommen.

Auch wenn der neue OP in Michels Praxis wegen der Corona-Einschränkungen bisher nicht in Betrieb ist, gehören orthopädische Eingriffe zum Leistungsspektrum der Praxis. Spezialgebiet von Dr. Michel ist dabei die Handchirurgie (Karpaltunnelsyndrom, Strangneubildung, Schnappfinger, aber auch Golf- und Tennisarm), aber auch Fuß-OPs, Hüfte, Knie, Schulter sowie allein eine Vielzahl orthopädischer Therapien. „Was wir hier in der Praxis operieren, hängt auch von der Schwere der Verletzung ab“, sagt Michels Mitarbeiterin Sonja Hildebrandt. Aber auch alle anderen orthopädischen Operationen macht der Arzt.

„Wir können jetzt unkompliziert die Ressourcen des Krankenhauses wie Röntgen, MRT, CT und die Aufbereitung der Operations-Instrumente mitnutzen“, sagt Dr. Michel. Für große Operationen kann Michel auf die OPs des Klinikums zugreifen, Visiten bei stationären Patienten durchführen. Die Anästhesie in seiner Praxis macht ein medizinischer Dienstleister aus Göttingen.

Modernes Konzept

Dr. Michel hat im Obergeschoss des Krankenhauses ein modernes Praxiskonzept umgesetzt. Dazu gehören ein moderner OP, ein zweiter Raum für Eingriffe, Untersuchungszimmer mit höhenverstellbaren Untersuchungsliegen, OP-Bereich und Bereich für den normalen Alltags-Praxisbetrieb sind vorneinander getrennt.

Außerdem führt Dr. Michel mit seinem dreiköpfigen Team eine weitestgehend papierlose Praxis. „Wir haben sogar ein virtuelles Wartezimmer“, sagt Sonja Hildebrandt.

Das macht ein D-Arzt

Ein Durchgangsarzt, auch „D-Arzt“ genannt, behandelt Arbeitnehmer, die einen Arbeits- oder Wegeunfall erlitten haben. Wer beispielsweise bei Bauarbeiten vom Gerüst fällt oder auf dem Weg zur Arbeit stürzt, darf nicht etwa seinen Hausarzt aufsuchen, sondern muss sich zuerst einem Durchgangsarzt vorstellen. Ausgenommen hiervon sind Unfälle, bei denen Augen, Hals, Nase oder Ohren verletzt worden sind. Hier gilt der erste Gang dem Augen- oder HNO-Arzt. Wichtig: Jeder Unfall muss sofort dem Arbeitgeber gemeldet werden. Bei schweren Verletzungen kann in Folge auch eine Behandlung in den Berufsgenossenschaftlichen Unfallkliniken oder zugelassenen Krankenhäusern notwendig sein. Ein Durchgangsarzt ist ein von den zuständigen Landesverbänden und Berufsgenossenschaften zugelassener Facharzt für (Unfall-Chirurgie und Orthopädie). Von der Erstversorgung über die Behandlung bis zur Rehabilitation begleitet er den gesamten Genesungsprozess. Der D-Arzt kann den Hausarzt zwar in den Therapieprozess miteinbeziehen, die komplette Betreuung des Patienten bleibt aber bei ihm. Der Grund: Nur unter der Aufsicht des D-Arztes ist gewährleistet, dass der Versicherungsschutz der gesetzlichen Unfallversicherung bestehen bleibt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare