Zwölf Menschen mit Handicap haben ihren Abschluss bei Werraland gemacht

Die glücklichen Absolventen: Lara Henschen (von links), Silvia Voshagen, Theresa Fiege, Lennard Schirmer, Michael Degenhardt, Jennifer Simanski, Prescilla Fischbach und Astrid Hawel. Nicht im Bild: Arabella Causi, Norman Flohr, Salman Abdullahzadeh und Pascal Heßlich. Foto: privat

Grebendorf. 27 Monate Qualifizierung liegen hinter ihnen. 27 Monate, in denen zwölf Menschen mit Handicap viel gelernt und gearbeitet haben. Die Männer und Frauen haben sich beruflich orientiert und am Ende einen erfolgreichen Abschluss im Berufsbildungsbereich (BBB) des Sozialunternehmens Werraland gemeistert.

Während einer gemeinsamen Feier im Festsaal des Restaurants Kochsberg in Grebendorf übergab die Leiterin der Abteilung, Constance Henning die Zertifikate an die Teilnehmer.

„Ihr Weg hierhin war nicht immer einfach. Oft galt es, Ihnen Mut zu machen, die eigenen Stärken zu erkennen, oder auch manches Mal einzusehen, dass der eingeschlagene Weg nicht der richtige war“, sagte Constance Henning in Richtung der erfolgreichen Absolventen.

Einer von ihnen ist Lennard Schirmer aus dem Meißner Ortsteil Abterode. Er wollte zunächst unbedingt in der Schreinerei lernen. Als es dann im zweiten Jahr der Qualifizierung um die berufliche Orientierung ging, zog es ihn für ein Praktikum in die Wäscherei des Sozialunternehmens. Danach war für ihn klar, dass er seinen Wunschberuf gefunden hat und jetzt nach Verlassen des Berufsbildungsbereiches nirgendwo anders arbeiten möchte als in der Wäscherei. „Lennard ist ein mutiger junger Mann, der es geschafft hat, trotz schwerer Krankheit, sein Ziel nicht aus dem Auge zu verlieren und seinen Weg in die berufliche Zukunft konsequent zu gehen“, so Henning.

Michaela Harnge, Leiterin der Werraland Werkstatt am Hessenring in Eschwege, gratulierte den Absolventen ebenfalls: „Über zwei Jahre lang haben Sie miteinander viel Positives, aber auch manche schwierige Phasen erlebt. Sie sind aber Ihren Weg mit Hilfe von Eltern, Betreuern und Bildungsbegleitern konsequent gegangen. Das Ende Ihrer Zeit im BBB ist gleichzeitig der Anfang eines neuen beruflichen Kapitels.“ Von der Agentur für Arbeit nahmen Teamleiter Sascha Geßner und Reha-Berater Dennis Grün an der Zertifikatsübergabe teil. Die Agentur für Arbeit ist Träger der Maßnahme zur Teilhabe am Arbeitsleben im Berufsbildungsbereich. „Es ist immer wieder schön, in so viele Gesichter zu schauen, die erfolgreich ihre Ausbildung absolviert haben“, sagte Geßner.

Gesichter, die zukünftig unterschiedlichsten Beschäftigungen nachgehen. Eines dieser Gesichter ist Norman Flohr aus Witzenhausen, der eine Qualifizierung in der Garten- und Landschaftspflege abschloss und nach einem Praktikum auf dem Obsthof Bausch tätig ist.  

Hintergrund: Berufliche Qualifizierung

Der Berufsbildungsbereich (BBB) des Sozialunternehmens Werraland bietet jungen Erwachsenen mit Beeinträchtigungen eine berufliche Qualifizierung in den Bereichen Hauswirtschaft, Garten- und Landschaftspflege sowie im Bereich Holzbearbeitung. Durch individuelle Förderung und pädagogische Begleitung durch die Fachkräfte im BBB wird erreicht, dass die jungen Menschen mit Handicap nach Abschluss ihrer Qualifizierung vielfältige berufliche Perspektiven erhalten. Sie können im Arbeitsbereich der Werkstatt tätig sein, auf einem betriebsintegrierten Beschäftigungsplatz in einer der Partnerfirmen des Sozialunternehmens oder auch über das Budget für Arbeit in einer Firma auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt arbeiten. (red/dir)

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