Anklage gegen Frankfurter Flughafen-Attentäter

Karlsruhe/Frankfurt. Vier Monate nach dem blutigen Anschlag auf US-Soldaten am Frankfurter Flughafen hat die Bundesanwaltschaft den Attentäter wegen Mordes angeklagt.

Der 21-Jährige Arid Uka sei hinreichend verdächtig, zwei amerikanische Soldaten „heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen“ getötet zu haben, teilte die Behörde am Donnerstag in Karlsruhe mit. Darüber hinaus soll er versucht haben, drei weitere Angehörige der US-Streitkräfte zu ermorden. Zwei von ihnen verletzte er lebensgefährlich.

„Der Angeschuldigte ist ein durch dschihadistische Propaganda im Internet radikalisierter Einzeltäter“, sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft. Die Ermittlungen hätten keine Anhaltspunkte für weitere Tatbeteiligte oder eine Einbindung von Uka in eine terroristische Vereinigung ergeben. Am Abend vor der Tat soll der im Kosovo geborene Frankfurter im Internet ein Propaganda-Video angeschaut haben - darin Szenen, auf denen angeblich ausländische Soldaten muslimische Frauen vergewaltigen.

Deshalb habe er am nächsten Tag beschlossen, am Frankfurter Flughafen möglichst viele US-Soldaten zu töten, die auf dem Weg zum Einsatz nach Afghanistan sind. Laut Anklage fuhr Uka am Nachmittag des 2. März zum Frankfurter Flughafen, bewaffnet mit einer Pistole, einem Messer und Munition. An der Gepäckausgabe entdeckte er zwei US-Soldaten und folgte ihnen bis zu einem Militärbus. Einen der Soldaten bat er um eine Zigarette und fragte dabei nach seinem Einsatzort.

Als der Soldat bestätigte, dass sie auf dem Weg nach Afghanistan seien, lud Uka seine Waffe durch. Nach den Erkenntnissen der Ermittler soll sich die Tat dann wie folgt abgespielt haben: Einen 25-jährigen Soldaten, der neben dem Bus stand, habe Uka von hinten mit einem Kopfschuss getötet und dann einen 21-jährigen Soldaten erschossen, der auf dem Fahrersitz saß. Mit dem wiederholten Ruf „Allahu Akbar“ („Gott ist groß“) soll er anschließend auf weitere Soldaten im Alter von 21 und 25 Jahren gefeuert haben, die im Gang standen. Sie konnten mit Notoperationen gerettet werden; einer von ihnen ist seit dem Attentat auf einem Auge blind.

Danach habe Uka aus nächster Nähe auf den Kopf eines 22-jährigen Soldaten gezielt, der sich zwischen zwei Sitzreihen geduckt hatte. Zweimal drückte er den Ermittlungen zufolge ab - doch die Pistole hatte Ladehemmung. Verfolgt von einem US-Soldaten flüchtete er aus dem Bus in das Flughafengebäude, wo er von zwei Beamten der Bundespolizei festgenommen wurde.

Seit dem 3. März sitzt Uka in Untersuchungshaft. Das Oberlandesgericht Frankfurt muss nun über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden; dies dürfte jedoch keine große Hürde darstellen. Auch in den USA wurde ein Verfahren gegen Uka eröffnet. Es liegt jedoch nach Informationen der dpa kein Auslieferungsersuchen vor. Der Sprecher der Bundesanwaltschaft sagte, das Verfahren werde in Deutschland zum Abschluss gebracht. (dpa)

Quelle: HNA

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