Bombenattrappe an Ex-Ministerpräsidenten

Arbeitsloser gesteht Anschläge

FRANKFURT. Er setzte Bankfilialen in Brand, eine Drogerie und ein Unternehmen. Eine Bombenattrappe soll der 50 Jahre alte Mann an den damaligen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) geschickt haben. Sein Motiv: „Ich wollte durch spektakuläre Aktionen ein Fanal gegen den Neoliberalismus setzen“, sagte der arbeitslose Diplom-Betriebswirt in seinem umfassenden Geständnis gestern vor dem Frankfurter Landgericht.

„Bewegung Morgenlicht“

Seine Bekennerschreiben unterzeichnete der Mann als Mitglied einer „Bewegung Morgenlicht“ - bekannt wurde er daher als „Morgenlicht“-Attentäter. Verantworten muss sich der Mann vor Gericht unter anderem wegen schwerer Brandstiftung und Bedrohung.

Der mutmaßliche Brandstifter richtete Sachschaden von insgesamt mehreren Hunderttausend Euro an. Seine Taten seien politisch motiviert gewesen, nie habe er einen Menschen verletzen oder töten wollen. Die Bombenattrappe habe er Anfang des Jahres an den damaligen Ministerpräsidenten geschickt, weil er dessen Äußerungen über Hartz- IV-Empfänger nicht habe tolerieren wollen, sagte er.

Extremistengruppe vermutet

Die Polizei hatte zunächst eine Gruppe extremistisch orientierter Straftäter hinter der Anschlagsserie zwischen Oktober 2009 und Februar 2010 im Rhein-Main-Gebiet vermutet. (lhe)

Quelle: HNA

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