Aufräumen nach Unwetterfront in Nord- und Mittelhessen

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Blitz

Kassel/Gießen/Bad Hersfeld. Die Hagelberge sind weggeräumt, die meisten Straßen von umgestürzten Bäumen befreit - nach dem Unwetter vor allem in Nord- und Mittelhessen ist am Montag aufgeräumt worden.

In Hundelshausen bei Witzenhausen (Werra-Meißner-Kreis) sah es nach dem Unwetter vom Sonntag aus wie nach einem Wintereinbruch. Dort waren am Sonntag fünf Kinder, die sich während eines Volksfestes außerhalb des Festzeltes aufgehalten hatten, von „taubeneigroßen“ Hagelkörnern leicht verletzt worden.

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Im Landkreis Kassel und im Schwalm-Eder-Kreis waren wegen umgestürzter Bäume Landesstraßen bis zum Montagnachmittag gesperrt. Zu Stromausfällen kam es unter anderem in Hessisch Lichtenau (Werra-Meißner-Kreis) und in Baunatal.

Viel zu tun hatte die Feuerwehr auch im Kreis Marburg-Biedenkopf. Mehrere hundert Helfer rückten am Sonntag zu mehr als 200 Einsätzen aus. Das Unwetter ließ unter anderem Bäume umstürzen, überspülte Straßen und ließ Keller volllaufen. Der Schwerpunkt der Schäden lag in Marburg, Kirchhain und Neustadt, wie die Polizei berichtete. Vereinzelt wurden auch Blitzeinschläge gemeldet.

Auch im Kreis Gießen rückte die Feuerwehr Dutzende Male aus. In Osthessen wurden einige Straßen mit Wasser, Schlamm und Geröll überflutet. Auf den Autobahnen in Osthessen ereigneten sich sieben Unfälle. Eine Person wurde verletzt, es entstand meist nur Sachschaden. Herabstürzende Äste und umgestürzte Bäume blockierten zeitweise auch Zugstrecken. Viele Schäden waren aber rasch beseitigt.

Am Montagmorgen gab es in Mittelhessen keine größeren Verkehrsbehinderungen mehr, wie ein Polizeisprecher in Gießen sagte. „Das Gros der Schäden ist abgearbeitet. Es sind nur noch kleinere Schäden zu beheben“ sagte der Sprecher der Kreis-Feuerwehr Marburg-Biedenkopf, Stephan Schienbein. (dpa/lhe)

Hintergrund: Warum Gewittertief „Frank“ so heftig war

Temperaturunterschiede von mindestens zwölf Grad haben die blitzreichen Gewitter mit Regen, Hagel und einem Tornado verursacht. Tief „Frank“ hatte auf seinem Weg von Island und Schottland nach Deutschland unterschiedliche Luftmassen im Gepäck. In der Mitte Deutschlands prallten am Sonntag schwül-warme Luft mit mehr als 30 Grad und kühle Luft mit Temperaturen unter 20 Grad aufeinander. „Je stärker die Temperaturgegensätze sind, desto stärker fallen die Gewitter aus“, sagte am Montag der Meteorologe Helmut Malewski vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach. Besonders betroffen war ein Streifen vom Saarland über Rheinhessen und die Wetterau bis nach Oberfranken und Sachsen-Anhalt. In weniger als einer Stunde fielen bis zu 40 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Zugleich zählten die Meteorologen mehr als 15 000 Blitze. Bei solchen Wetterlagen seien auch immer Tornados möglich, erläuterte Malewski. (lhe)

Quelle: HNA

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