Bis 2020 will das Land drei Milliarden Euro in Unis und Fachhochschulen investieren

Baustellen für die Bildung

Beispiel Fulda: Auf dem Parkplatz der Fachhochschule (oben rechts) soll ein Neubau entstehen. Dem Bund Deutscher Architekten (BDA) Hessen hat das Heureka-Bauprogramm insgesamt so gut gefallen, dass er es mit seiner Auszeichnung für Baukultur würdigen wird.

WIESBADEN. Nicht kleckern, sondern klotzen - So lautet die Devise der Landesregierung, wenn es um den Ausbau der Universitäten geht. Sie sollen allen studentischen Protesten über Defizite in Lehre und inneruniversitärer Demokratie zum Trotz spätestens 2020 die modernsten in Deutschland sein. Auch hoch verschuldete Landeshaushalte bringen die Regierung nicht von dem Vorhaben ab, jährlich 250 Millionen Euro für den Hochschulbau auszugeben. Bildung ist einer der Schwerpunkte der Politik, nicht nur in Hessen.

Dem ehrgeizigen Programm hat das Wissenschaftsministerium 2007 unter der damaligen Leitung von Udo Corts (CDU) den viel versprechenden Namen „Heureka“ (siehe Stichwort) verliehen: Bis 2020 sollen drei Milliarden Euro investiert sein, um die zwölf Universitäten und Fachhochschulen auf Vordermann zu bringen. Mit der Föderalismusreform I wurden die Länder dafür zuständig. Eine Mischfinanzierung Bund-Länder wie früher gibt es nur noch in der Forschungsförderung, in Marburg etwa für das neue Zentrum für Tumor- und Immunbiologie.

Als Glücksfall für die Hochschulen entpuppte sich zudem die Wirtschaftskrise. Denn nun kommen 2009 bis 2012 noch einmal 540 Millionen Euro aus dem landeseigenen und dem Konjunkturprogramm II des Bundes hinzu. Dadurch kann manches Projekt schneller als erwartet umgesetzt werden - vor allem, was energetische Maßnahmen betrifft.

Campus-Universität

Ziel von Heureka ist es vor allem, oft verteilte Standorte der Hochschulen im Sinne größerer Effizienz für Forschung und Lehre zu einem Campus zusammen zu führen. Auch die jeweilige Stadtentwicklung soll davon profitieren. Bestes Beispiel dafür ist Kassel. Dort wird sich die Universität durch Zukauf eines ehemaligen Industriegeländes im Wesentlichen auf den Standort am Holländischen Platz konzentrieren. Insgesamt sind für Kassel 200 Millionen Euro vorgesehen.

Auch in Marburg soll es nur noch zwei zentrale Standorte geben: den naturwissenschaftlich-medizinischen auf den Lahnbergen und den geisteswissenschaftlichen Campus Firmanei auf dem ehemaligen Klinik-Gelände neben der Elisabethkirche. Herzstück dort soll die 108,4 Millionen Euro teure neue Zentrale Universitätsbibliothek sein. Für Marburg sind wie für Gießen je 440 Millionen Euro (inklusive Humanmedizin) vorgesehen.

Ein knappes Zehntel, nämlich 40 Millionen Euro, fließt in Neubauten der Fachhochschule Fulda.

Von Petra Wettlaufer-Pohl

Quelle: HNA

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