Hephata baut Wohnplätze am zentralen Standort ab - Erstes neues Wohnhaus 2011 fertig

300 Behinderte ziehen um

Wilfried

Schwalmstadt. Das Diakoniezentrum Hephata begibt sich auf neue Wege. Dezentralisierung heißt das Stichwort für die kommenden zehn Jahre. Das bedeutet, dass von den knapp 500 Bewohnern des Stammsitzes in Treysa innerhalb dieses Zeitraums 300 Menschen Wohnmöglichkeiten außerhalb des Hephata-Campus bekommen sollen.

„Die Sonderwelt des Hephata-Geländes soll abgeschafft werden“, sagt Wilfried Hoos, stellvertretender Geschäftsbereichsleiter der Hephata-Behindertenhilfe und zugleich Leiter des Projekts. Grundsätzlich gelte allerdings, wer bleiben wolle, kann bleiben – wer umziehen möchte, wird entsprechend darauf vorbereitet.

32 Wohnungen oder Häuser mit jeweils acht bis 16 Plätzen sollen Menschen mit Behinderungen eine neue Heimat bieten. Dafür will Hephata Wohnprojekte in umliegenden Gemeinden und Städten erschließen. Mieten, kaufen oder bauen – darauf setzt das Konzept.

Welches finanzielle Volumen das Zehn-Jahres-Projekt hat, kann Hoos noch nicht sagen. Neben dem Diakoniezentrum und dem Landeswohlfahrtsverband tritt die Deutsche Behindertenhilfe – Aktion Mensch als finanzieller Kooperationspartner auf. Einer der ersten Schritte ist der Bau eines neuen Wohnhauses in Schrecksbach. Bis Ende 2011 soll hier ein Haus stehen, in dem 14 Menschen mit Behinderungen eine neue Heimat finden.

Die neuen Wohnorte müssen den Menschen mit Behinderungen eine gewisse Infrastruktur bieten, erklärt Hoos. Zum relativ selbstständigen Leben gehöre zum Beispiel die Nähe von Einkaufsmöglichkeiten, auch ein Arztbesuch sollte vor Ort möglich sein.

Auch wenn die Mehrzahl der Hephata-Bewohner nicht mehr am Standort in Treysa leben wird, soll das für das Areal keinen Leerstand bedeuten. Konkrete Pläne für die Zukunft der Gebäude, die derzeit noch als Wohnraum genutzt werden, gebe es noch nicht, sagt Hoos. Sicher sei allerdings, dass Verwaltung, Werkstätten und der Studienstandort Hephata dafür sorgen werden, dass das Gelände weiterhin mit Leben gefüllt sein wird. Hintergrund

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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