Nachfolger wird Eckhard Sauer

Bouffier setzt Polizeipräsident ab: Henning nach 16 Jahren in Ruhestand

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Wilfried Henning und Volker Bouffier

Kassel. Nordhessens Polizeipräsident Wilfried Henning ist gestern von Innenminister Volker Bouffier (CDU) in den Ruhestand geschickt worden. Die Nachfolge des 58-jährigen Henning soll der zwei Jahre ältere Eckhard Sauer, bislang Präsident im Präsidium Osthessen, antreten.

PDF: Minister schickt Henning in den Ruhestand

Hennings Entlassung hat für einen Schock unter vielen der 2000 Mitarbeiter im Kasseler Präsidium gesorgt. Henning habe sich große Verdienste erworben, insbesondere für die Polizei in Nordhessen, ließ Bouffier in einer Pressemitteilung verlauten. „In jüngster Zeit haben sich jedoch unterschiedliche Auffassungen über die Führung der Behörde ergeben.“ Henning soll bereits im November erfahren haben, dass er an der Spitze der Polizeibehörde nicht mehr erwünscht ist.

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Dem Vernehmen nach soll der Minister Henning vorgeworfen haben, dass es in Nordhessen „zu viel Unruhe“ gebe. Damit kann der Minister nicht die Kriminalität gemeint haben. In Hennings Amtszeit gab es nicht nur einen Rückgang der Straftaten, sondern mit einer Aufklärungsquote von 57,9 Prozent liegen die nordhessischen Polizisten bei der Kriminalitätsbekämpfung über dem Landesdurchschnitt.

Eckhard Sauer

war bisher Polizeipräsident in Osthessen. Der 60-jährige Beamte begann 1967 seine Ausbildung bei der Polizei. 1976 bis 1999 war er beim Polizeipräsidium Kassel in verschiedenen Funktionen tätig, unter anderem leitete er das Dezernat der Kriminalpolizei.

Warum er jetzt schon in den Ruhestand geschickt wird, dafür hatte auch Henning gestern keine Erklärung. „Keiner wirft mir irgendetwas vor“, sagte er im Gespräch mit der HNA. „Ich wäre gern noch im Amt geblieben, muss als politischer Beamter aber die Entscheidung hinnehmen.“ Auch Volker Zeidler, Chef der Gewerkschaft der Polizei in Kassel, wundert sich. „Henning war aus unserer Sicht der loyalste Polizeipräsident, den Bouffier sich vorstellen konnte.“ Jahrelang verteidigte Henning die Personalpolitik der Landesregierung. Zumindest bis zum Frühjahr 2009. Damals räumte Henning ein, dass die Personaldecke bei der Polizei knapp sei. Das soll den Minister sehr geärgert haben.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

Quelle: HNA

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