Corona in Hessen

Grundschulen bleiben zu - Gericht hebt die Schulpflicht für Viertklässler auf

Corona in Hessen: Grundschulen bleiben zu - Schulpflicht aufgehoben
+
Für acht Lerngruppen aus vier vierten Klassen in Rotenburg waren die Rahmenbedingungen bereits organisiert, um mit dem Unterricht zu beginnen. Doch in Hessen bleiben die Grundschulen wegen Corona vorerst geschlossen.

In Hessen bleiben die Grundschulen wegen Corona geschlossen. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof hat die Schulpflicht für Viertklässler aufgehoben.

Wiesbaden/Kassel – Die hessischen Grundschulen bleiben, anders als ursprünglich geplant, am kommenden Montag, 27. April, weiter geschlossen. Das hat das Hessische Kultusministerium als Reaktion auf ein Gerichtsurteil des Hessischen Verwaltungsgerichtshofes am Freitag entschieden. Frühestens kommende Woche wird entschieden, wann die Grundschulen wieder öffnen.

Die Richter des obersten hessischen Verwaltungsgerichts in Kassel gaben dem Eilantrag einer Schülerin aus Frankfurt Recht, der sich gegen eine Landesverordnung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie richtet. Die Viertklässler würden im Vergleich zu Schülern, denen aus Gründen des Infektionsschutzes der Schulbesuch bis zum 3. Mai weiter untersagt werde, ohne hinreichenden Grund ungleich behandelt und in ihrem Grundrecht verletzt.

Corona in Hessen: Viertklässler dürfen nicht in die Schule zurück

Die Entscheidung gilt für Schüler der 4. Jahrgangsstufe der hessischen Grundschulen, der Sprachheilschulen und der Schulen mit den Förderschwerpunkten Sehen oder Hören. Eine Notfallbetreuung für die Kinder von Eltern in sogenannten systemrelevanten Berufen wird aber weiterhin an Grundschulen angeboten.

Als irrelevant habe das Gericht die Argumentation angesehen, „dass die geplante Präsenzbeschulung dazu beitragen sollte, gerade für die Viertklässler eine angehende Normalität mit möglichst stabilen Strukturen und einen bestmöglichen Übergang in die weiterführenden Schulen zu schaffen“, erklärte Hessens Kultusminister Alexander Lorz nach der Urteilsverkündung in Wiesbaden.

Alexander Lorz, Kultusminister

Er sagte zudem, es täte ihm für die Schüler leid, die sich vielleicht schon auf den Schulstart gefreut hätten. Die Vorbereitungen an den Schulen seien nicht umsonst gewesen, denn zu einem späteren Zeitpunkt kehrten ja auch die Grundschüler zurück in die Klassen.

Vom Gerichtsbeschluss nicht betroffen sind die Abschlussklassen der weiterführenden Schulen, weil dort Abschlussprüfungen anstehen. Für diese beginnt am Montag wieder der Schulunterricht.

VON FLORIAN QUANZ

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare