Kampf gegen Corona

Eine Strategie, die einiges kostet: Im Kreis Fulda sind in sieben Wochen 62 Schnelltestzentren entstanden

Schnelltests sollen künftig vermehrt in Osthessens Unternehmen zum Einsatz kommen.
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Allein im Landkreis Fulda sind binnen sieben Wochen 62 Corona-Testzentren entstanden. 

Bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie setzen Bund und Länder in vielen Bereichen auf mehr Staat. Das gilt allerdings nicht für die Durchführung der Schnelltests. Hier baut der Staat auf private Initiative – mit Erfolg.

Kreis Fulda - Allein im Landkreis Fulda sind binnen sieben Wochen 62 Corona-Testzentren* entstanden. Der Bund der Steuerzahler sieht die bundesweite Entwicklung kritisch. In den Zentren im Landkreis wurden vom 8. März bis 9. Mai 138.000 Bürgertests durchgeführt, berichtet der Landkreis. Pro Test erhalten die Anbieter 12 Euro – 15 Euro sind es, wenn ein Arzt testet. Zusätzlich werden die Materialkosten ersetzt. Der Bund der Steuerzahler moniert nicht die Höhe des Honorars für einen Test, sondern fehlende Kontrollmöglichkeiten: Es lasse sich weder feststellen, ob ein Bürger mehr als den einen erlaubten Gratis-Test pro Woche nutze, noch lasse sich verhindern, dass ein Anbieter mehr Tests abrechne, als er durchführt.

Neben bekannten Medizin-Dienstleistern wie dem Roten Kreuz sind einige Private in das Testwesen eingestiegen. Boris Kiauka und Andreas Schubert etwa, Geschäftsführer der Gleitschirmfliegerschule Papillon auf der Wasserkuppe, haben gemeinsam mit dem Apotheker Michael Sapper je ein Center in Fulda und in Poppenhausen eröffnet. „Man braucht einige Zeit, bis die Abläufe effizient sind, und man muss in Schutz- und Abrechnungssysteme investieren“, sagt Sapper. „Jetzt sind unsere Termine in Fulda zu 80 Prozent und in Poppenhausen zu 90 Prozent ausgebucht. Bei acht bis zehn Tests pro Stunde bleibt etwas hängen – aber viel ist es nicht“, sagt Sapper. *fuldaerzeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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