Der Nachrücker Daniel May (Grüne) lernt den Landtagsbetrieb gerade erst kennen

„Das ist eine Welt für sich“

WIESBADEN. Politisch engagiert sich Daniel May schon lange, in der Grünen Jugend diskutierte er seinerzeit leidenschaftlich über den Kosovo-Einsatz der Bundeswehr, im Kreistag Waldeck-Frankenberg und in der Korbacher Stadtverordnetenversammlung geht es um kommunale Themen. Doch vom Parlamentsbetrieb in Wiesbaden sagt er, „das ist eine Welt für sich.“

Der 28-Jährige aus Korbach hatte nach der Landtagswahl im Januar schon damit gerechnet, irgendwann in den Landtag einzuziehen. Denn er war auf Platz 18 der Landesliste der Grünen und damit auf dem ersten Nachrückerplatz. Nachdem Biobauer Martin Häusling aus Bad Zwesten ins Europaparlament gewählt worden war, hieß es für May: auf nach Wiesbaden.

Seine ersten Erfahrungen sind ambivalent: „Die Arbeitsbedingungen sind gut, man ist sowohl im Landtag als auch in der Fraktion gut versorgt mit Informationen. In der Plenarwoche geht es allerdings sehr ritualisiert zu.“ Geärgert hat er sich über persönliche Angriffe, „da wird einem gleich das Recht abgesprochen, etwas zu Themen zu sagen, für die man keine Ausbildung hat“, sagt er.

Zum Beispiel in der Diskussion über das Jagdrecht. Der Parlamentsneuling ist nämlich Forst- und jagdpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion, ein Gebiet, das bislang der passionierte Jäger Jürgen Frömmrich betreute. Die Landwirtschaft, die er von Häusling übernommen hat, ist ihm schon vertrauter.

Ganz einfach war der Wechsel nach Wiesbaden nicht, denn der Korbacher hat erst ein Jahr seines Referendariats hinter sich. Wie er seine Ausbildung als Mathematik- und Physiklehrer beendet, weiß er noch nicht genau. Als er für die Liste kandidierte, war von einem Mandat noch nicht zu träumen, mit 17 Grünen Abgeordneten rechneten damals selbst Optimisten kaum.

Nun also ist er mittendrin. Seine kommunalpolitischen Aktivitäten will er - wie die meisten Abgeordneten auch - weiter beibehalten: „Das macht viel Spaß, man ist näher an den Leuten und nimmt sich selbst nicht so superernst wie hier.“

Im Privatleben spielt die Politik wider Erwarten keine große Rolle. Er spiele gern Skat mit Freunden und gehe zum Skilanglauf mit seiner Frau - in diesen Tagen in Schweden. Nur richtig heikle politische Themen wie etwa Afghanistan besprechen die Ehepartner sehr intensiv - May ist mit Nicole Maisch verheiratet, der nordhessischen Bundestagsabgeordneten der Grünen.

Von Petra Wettlaufer-Pohl

Quelle: HNA

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