Aus früheren Bundeswehrkasernen sollen schneller neue Gewerbegebiete werden

„Die Schlagzahl erhöhen“

Auf ehemaligem Kasernengelände entstanden: Das Kletterzent- rum Marbachshöhe im Kasseler Stadtteil Wilhelmshöhe. Foto: Koch

Kassel. Neun Kasernen und vier Übungsplätze der Bundeswehr gab es in Nordhessen. Sie haben eine Fläche von über 1000 Hektar - das sind rund 2000 Fußballfelder. Im Rahmen der Umwandlung der Flächen in Gewerbe- und Wohngebiete (Konversion) sind bisher 136 Hektar verkauft worden. Dieser Prozess soll nun beschleunigt werden.

Dazu setzten sich jetzt der neue Chef der zuständigen Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA), der frühere Kasseler CDU-Bundestagsabgeordnete Jürgen Gehb, Regierungspräsident Walter Lübcke, mehrere Bürgermeister der Region und andere Experten an einen Tisch. Vereinbart wurde, einen gemeinsamen Arbeitskreis zu installieren. Ziel, so Walter Lübcke: „Die Schlagzahl soll weiter erhöht werden.“ Man will also schneller werden.

Dabei ist an den früheren Bundeswehrstandorten nach Angaben der BIMA schon viel entstanden. Hier einige Beispiele: • Marbachshöhe in Kassel (früher Lüttichkaserne): Das Vorzeigeprojekt in ganz Hessen. Von 15 Hektar sind inzwischen über drei an acht Investoren verkauft. Demnächst werden drei weitere Abschlüsse erwartet. Wer sich ansiedelt, will man bei der BIMA nicht sagen: „Das ist vertraulich.“ Vorgeschrieben ist die Ansiedlung von technologie-orientierten Unternehmen, weil die Europäische Union das Projekt mit über vier Millionen Euro fördert. • Homberg, frühere Ostpreußen-Kaserne: Passiert ist noch nichts Konkretes. Die Verhandlungen zwischen Stadt und BIMA dauern an. • Homberg, frühere Dörnberg-Kaserne: Von 15 Hektar sind acht an fünf Investoren verkauft worden. • Fuldatal-Rothwesten, frühere Fritz-Erler-Kaserne: 160 Hektar sind noch im Besitz der Bundeswehr. Es gibt aber schon acht Kaufverträge und weitere Anfragen. Mit der Gemeinde wird über einen Vertrag verhandelt. • Wolfhagen, frühere Pommern-Kaserne: Von 42 Hektar sind 17 an drei Investoren verkauft. Geplant ist unter anderem ein Sondergebiet Bio-Energie.

Bis Anfang 2012 sollen alle deutschen Bundeswehr-Liegenschaften in den Besitz der BIMA übergehen. Dann könnten 50 Millionen Quadratmeter Gebäudeflächen vermarktet werden. Wie viele Arbeitsplätze in den ehemaligen nordhessischen Kasernen inzwischen neu entstanden sind, konnte Gehb nicht sagen. (tho)

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare