Auch Handys wurden geschmuggelt

Drogen in Kasseler JVA: Ermittlungen gegen Beamten, Gefangenen und Ex-Häftling

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Ein Mitarbeiter der JVA Kassel I wird verdächtigt, gemeinsam mit einem Häftling und einem Ex-Gefangenen mit Drogen und Handys im Gefängnis gehandelt zu haben.

Kürzlich wurden deshalb die Wohnungen des 50-jährigen JVA-Bediensteten und des ehemaligen Häftlings durchsucht.

Ob dabei Drogen gefunden worden sind, darüber macht Andreas Thöne, Sprecher der Staatsanwaltschaft Kassel, keine Angaben. Er bestätigt nur, dass die Behörde wegen des Verdachts des unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln gegen drei Männer ermittelt. Ein Strafgefangener der JVA Kassel I stehe anfänglich in Verdacht, unter Mitwirkung eines JVA-Bediensteten sowie eines ehemaligen Strafgefangenen Betäubungsmittel sowie Mobiltelefone in die JVA geschmuggelt zu haben.

Darüber hinaus bestehe der Verdacht, dass der Justizvollzugsbedienstete für seine Mithilfe bezahlt wurde: Deshalb seien die Ermittlungen gegen ihn auch auf den Vorwurf der Bestechlichkeit und Bestechung erweitert worden, teilt der Sprecher mit.

Es ist nicht das erste Mal, dass gegen den 50-jährigen JVA-Beamten ermittelt wird. Nach Informationen der HNA gab es bereits vor fünf Jahren ein Ermittlungsverfahren gegen den Mann wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz und der Bestechlichkeit. Die Ermittlungen stützten sich 2014 auf detaillierte Angaben eines Inhaftierten. Auch damals stand der Beamte unter Verdacht, im großen Stil Smartphones und auch Drogen in das Gefängnis geschmuggelt zu haben. Allerdings wurde der Verdacht nicht erhärtet, die Ermittlungen gegen den Beamten wurden damals eingestellt.

Mittlerweile ist er wohl wieder vom Dienst suspendiert. René Brosius, Sprecher des Justizministeriums, will sich zwar nicht zu dem laufenden Ermittlungsverfahren äußen, sagt aber, dass es in solchen Fällen üblicherweise dienstrechtliche Konsequenzen gibt.

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