Positive Noten für Zugangebot - Teilweise miserable Werte für Zustand

Nordhessische Bahnhöfe im Test: Im Durchschnitt allenfalls genügend

Der Bahnhof Eschwege als Sieger unseres Tests ist mit einem erheblichen Vorteil ins Rennen gegangen: Er wurde erst im Dezember 2009 eingeweiht. Auch bei der bundesweiten Wahl des Bahnhofs des Jahres erhielt er einen Sonderpreis.

Kassel. Die „Allianz pro Schiene“ hat ihm bei der Wahl des Bahnhofs des Jahres den Sonderpreis „Der verlorene Sohn“ zuerkannt.

Hier gibt es die Bahnhofs-Noten als PDF

Und Leser unserer Zeitung haben den Eschweger Stadtbahnhof unabhängig von der Jury des Fahrgastverbandes auf Platz 1 unseres Bahnhofstestes gewählt. Und zwar mit Abstand. Eschwege erzielte als einziger Bahnhof eine Schulnoten-Bewertung mit einer Eins vor dem Komma (Durchschnittswert 1,3). Nach 24 Jahren auf dem Abstellgleis eröffnete Eschwege im Dezember 2009 die neue Bahnstation. Jury-Mitglied Karl-Peter Naumann, seit zwölf Jahren Vorsitzender des Fahrgastverbandes Pro Bahn, meint, die Integration in die Stadt Eschwege sei gut gelungen, und die kleine Station habe „auch sonst den Expertencheck gut überstanden“. So sahen das offensichtlich auch die Leser, die sich an unserem Bahnhofstest beteiligten.

Platz 2: Dass Investitionen in einen Bahnhof honoriert werden, zeigt der Bahnhof Witzenhausen: Hier wurden Aufzüge eingebaut, 80 Parkplätze stehen zur Verfügung, sogar Reiseproviant kann man kaufen, und viele Busse halten hier zudem.

Mit der Schulnote 2 haben der Bahnhof Witzenhausen (Platz 2) und die Station Külte-Wetterburg (Platz 3) im Kreis Waldeck-Frankenberg abgeschnitten. Sie verwiesen den Kasseler Hauptbahnhof (Durchschnittswert 2,9) auf Platz 4.

Platz 3: Dass ein Bahnhof, an dem nur auf Anforderung Züge halten, so gut abschneidet, hat nur einen Grund: Anfang der 1990er-Jahre wurde aus ihm ein schmuckes Gasthaus und er zum beliebten Ziel von Wanderern, die auch den Zug nutzen.

Die Schulnote Befriedigend vergaben unsere Leser an solch kleine Stationen wie beispielsweise Fürstenwald (Kreis Kassel), Melsungen (Schwalm-Eder-Kreis) und Gertenbach (Werra-Meißner-Kreis).

Stark versetzungsgefährdet sind Bahnhöfe wie Bad Karlshafen (4,8), Korbach (4,9), Liebenau (5,1), Guxhagen (5,0) und Heinebach im Kreis Hersfeld-Rotenburg (5,5).

Nicht getestet und deshalb auch nicht bewertet wurden die Bahnhöfe an der Strecke von Frankenberg/Eder in Richtung Marburg/Lahn. Dort ist wegen Bauarbeiten ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Ein Bahnhofstest machte dort also zu diesem Zeitpunkt keinen Sinn.

Zu anderen Bahnhöfen gab es nur wenige Leser-Bewertungen, sodass wir hier keine Schulnote vergaben. Beispiel: Bad Hersfeld.

Wie ein roter Faden zieht sich diese Einschätzung unserer Leser durch den Test: Durchweg bessere Noten bekamen die Bahnhöfe für ihr Zugangebot - also die Zahl der Verbindungen. Dagegen wurden die Durchschnittswerte immer wieder durch schlechte Noten für Sauberkeit, Ausstattung mit Toiletten, Erreichbarkeit der Bahnsteige oder fehlende Parkplätze für Autos und Fahrräder negativ beeinflusst. Geht es nach Meinung unserer Leser, müssen die meisten Bahnhöfe zwischen Bad Hersfeld und Bad Karlshafen auch bei den Informationssystemen nachgebessert werden.

Quelle: HNA

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