Strapazen einer Leidenschaft

Ehemaliger Chefkoch aus Fulda berichtet über den Knochenjob und sein Burnout

Ein ehemaliger Chefkoch berichtet, warum er aus dem Job ausgestiegen ist.
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Ein ehemaliger Chefkoch berichtet, warum er aus dem Job ausgestiegen ist. (Symbolfoto)

Vom Prager Botschaftsflüchtling zum Chefkoch in Fulda: Maik Kidawa hat es weit gebracht. Bis zum Burnout vor fünf Jahren. Die Strapazen einer Leidenschaft haben irgendwann ihren Tribut gefordert. 

Fulda - Geboren in Magdeburg, schließt Maik Kidawa 1987 seine Lehre zum Koch ab. Kurze Zeit später kommt der Umbruch für ihn und seine Familie. Er ist 1989 einer von Tausenden Menschen, die über die Prager Botschaft in den Westen fliehen. So verschlägt es ihn in die Region Fulda*. Seine erste Station als Koch im neuen Leben ist das Bonifatiuskloster in Hünfeld. Später: „Ich habe an fast allen Adressen in Fulda gekocht“, sagt er. Ob Souschef im Dachsbau oder Chefkoch im Schwarzen Hahn, „die Qualität musste bei mir immer stimmen“, sagt er.

Kidawa hat in der Sterneküche gelernt und wollte auf diesem Niveau auch bleiben*. Am Anfang sei dies auch noch möglich gewesen. Fünf Köche hatte er im Schwarzen Hahn unter sich, und die damalige Eigentümerfamilie habe ihm immer den Rücken freigehalten. Mit der Zeit stieg die Fluktuationsrate beim Küchenpersonal, die Belastung für den Chefkoch wuchs. „Ich musste Stunden ohne Ende kloppen. Freizeit hast du keine, Freundschaften kannst du gleich vergessen. Irgendwann war der Ofen aus“, sagt er. Die große Küche vermisse er heute nicht. Seine Leidenschaft hat er wiedergefunden – am heimischen Herd. *fuldaerzeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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