Geld für Ausbau fehlt - Viergleisige Strecke Bebra-Frankfurt liegt auf Eis

Engpass bremst Bahnen

Wenigstens das Nadelöhr Schlüchterner Tunnel wird beseitigt: Hier entsteht ein neuer Bahntunnel.

Fulda. Für den viergleisigen Ausbau der Bahnstrecke Fulda-Hanau-Frankfurt ist kein Geld da. Folge: Güter- und Personenfernverkehr müssen sich die Trasse weiter teilen, die Bahnfahrten von Kassel nach Frankfurt werden nicht kürzer. Teilweise zuckeln Hochgeschwindigkeitszüge im Kinzigtal mit schlappen 80 Kilometern pro Stunde dahin.

Nach der im Verkehrsausschuss des Bundestages vorgelegten Sparliste kann das 2,25 Milliarden Euro teure Projekt auf absehbare Zeit nicht finanziert werden. Der osthessische Bahngewerkschaftler Hubert Heil meint, dass man bis 2025 an das Projekt Bebra-Frankfurt nicht einmal mehr zu denken brauche.

Bahnchef Rüdiger Grube selbst hatte das Projekt in einer Aufstellung für Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) als „bis 2025 nicht realisierbar“ genannt.

Mit dem Schienenbauprojekt sollten der Güter- und der Fernverkehr auf einer der meistbefahrenen Verbindungen Deutschlands voneinander getrennt werden. Zwischen Hanau und Gelnhausen sollte die Strecke viergleisig für Tempo 200 erweitert werden. Von Gelnhausen nach Fulda war Tempo 300 geplant.

Zudem soll bei Niederaula eine Kurve gebaut, die Strecke Niederaula-Bad Hersfeld zweigleisig sowie Bad Hersfeld-Bebra viergleisig ausgebaut werden. Schließlich gehört die Ertüchtigung der Strecke Erfurt-Eisenach zum Gesamtprojekt.

Damit wenigstens die Planung für die Strecke Fulda-Frankfurt beginnen kann, hatten die Anliegerkreise Fulda und Main-Kinzig sowie die Städte Fulda, Hanau und Frankfurt der Bahn bereits 2007 angeboten, ein Drittel der 25 Millionen Euro Planungskosten vorzufinanzieren. Das Land Hessen wollte ebenfalls ein Drittel übernehmen. Der Abschluss der Vereinbarung scheiterte 2008, da der Bund keinen Termin nennen wollte, zu dem die Bahn die vorfinanzierten Beträge an Land und Kommunen zurückzahlen würde. 2009 wurde diese Initiative wiederholt, aber ebenfalls ohne Ergebnis.

Fuldas Rathaus-Chef Gerhard Möller: „Der Ausbau ist nicht nur für Osthessen entscheidend. Hier geht es um hessische Interessen. Wenn die Kinzigtal-Trasse durch Güterzüge verstopft wird, leiden auch der Standort Kassel und das Rhein-Main-Gebiet.“ (lhe)

Von Volker Nies

Quelle: HNA

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