Die ersten Kraniche sind unterwegs - Zehntausende folgen

Kassel. Ein Blick zum Himmel lohnt sich in diesen Tagen besonders. Die ersten Kranichschwärme ziehen jetzt gen Süden. Ihre Route führt sie auch über Nord- und Mittelhessen.

Von der Ostseeinsel Rügen und ihren Sammelplätzen in Mecklenburg und Brandenburg ziehen die imposanten Vögel in ihr Winterquartier nach Frankreich, Spanien und Nordafrika.

Bei gutem Wetter, nach kalten Nächten und mit Wind aus Nordost bewältigen sie die Strecke nach Frankreich an einem Tag. Bis zu 70 Kilometer legen sie pro Stunde zurück. Bei Regen oder starkem Gegenwind landen einzelne Gruppen auch in den Auen von Fulda, Schwalm und Lahn. „Wer rastende Kranichgruppen beobachtet, sollte einen Abstand von etwa 300 Metern halten, um erschöpfte Tiere nicht unnötig zu beunruhigen“, sagt Berthold Langenhorst vom Nabu Hessen. Zu erkennen sind die bis zu 1,30 Meter großen Tieren an ihrer keilförmigen Flugformation. Dabei fliegen die starken Tiere vorn. Die schwächeren profitieren vom Windschatten. Typisch und eindrucksvoll sind die trompetenartigen Rufe der Kraniche.

In Japan gelten sie als Vögel des Glücks. Hierzulande lösen Kraniche Sehnsuchtsgefühle aus - sei es nach dem warmen Süden oder nach dem Frühling. Seinen Ruf als Bote des Frühlings und des Lichts erhielt der Kranich in der griechischen Mythologie.

Dichter wie Wilhelm Busch und Schiller nahmen ihn in ihre Werke auf. Eines der bekanntesten ist Schillers Ballade „Die Kraniche des Ibykus.“

Von Heidi Senska

Aussichtspunkte

Wer den Vogelflug beobachten will, hat am späten Nachmittag die besten Chancen. „Am besten sieht man sie auf den hessischen Kuppengebieten, von denen man einen freien Rundumblick hat“, sagt Berthold Langenhorst vom Nabu Hessen. Das sind in Nordhessen zum Beispiel: • Herkules, Dörnberg, Schloss Waldeck, Knüllköpfchen, der Wartberg bei Gudensberg und weiter südlich • der Weinberg bei Wetzlar und der Vogelsberg.

Quelle: HNA

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