Sohn der Unternehmerin Margit C. will Geld zurück - Neue Verhandlung am 1. Juli

Neue Klage gegen Wolski

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Mit der Verurteilung von Michael Wolski begann der Abstieg der Familie.

Wiesbaden. Auch nach der Verurteilung Rechtsanwalts Michael Wolski wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe und dem Rücktritt seiner Frau Karin als Richterin am Hessischen Staatsgerichtshof zieht der Fall weitere Kreise.

Das Ehepaar und seine Söhne sollen Immobilien, Autos und Geld herausgeben, die sie von der mittlerweile fast 90-jährigen Immobilien-Unternehmerin Margit C, erhalten haben. Darauf klagt nach Inforamtionen der "Frankfurter Rundschau" Daniel C, der Sohn von Margit C. und ihrem im Jahr 2006 gestorbenen Ehemann Ignaz C. Wolski soll zunächst vor Gericht genauere Auskünfte darüber geben, welche Geschenke er von Margit C. erhalten hat.

Meinrad Wösthoff, Sprecher des Frankfurter Landgerichts, bestätigte gesten den Eingang einer Klage. Zunächst einmal gehe es darum, zu sagen, was überhaupt geflossen sei. Die Klage sei offen formuliert, in einem zweiten Schritt könne eine Rückerstattung gefordert werden. Eine genaue Summe stehe derzeit nicht im Raum.

Verhandlungstermin vor dem Landgericht Frankfurt ist der 1. Juli. Nach Medienberichten will die Familie C. Geschenke im Wert von mehreren Millionen Euro zurückfordern. Sie sollen zwischen den Jahren 1996 und 2006 an Wolski und seine Familie geflossen sein. Der Anwalt von C. sprach von einer Summe "im starken zweistelligen Millionenbereich".

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Wolski war am Donnerstag zu zwei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden, weil er Millionen-Beträge, die er von der reichen Immobilienunternehmerin erhalten hat, am Fiskus vorbeischleuste. Nach Ansicht des Gerichts profitierten auch Karin Wolski und die Söhne von den Geschenken. Karin Wolski hat am Donnerstag ihren Richterposten am Staatsgerichtshof niedergelegt.

Sie betonte mehrfach, selbst keine strafbare Handlung begangen zu haben. Sie war in dem Verfahren gegen ihren Mann nicht angeklagt. Sie sei zurückgetreten, um Schaden vom Gerichtshof abzuwenden, erklärte die 59-Jährige.

Im Zusammenhang mit dem Fall Wolski ist auch die hessische Finanzverwaltung in die Kritik geraten. Wolski habe davon profitiert, dass das Finanzamt Offenbach-Land jahrelang keine Ermittlungen eingeleitet hatte, obwohl das Ehepaar Wolski von 1999 bis 2003 keine Steuererklärungen abgegeben hatte.

Von Peter Klebe

Quelle: HNA

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