Am morgigen Mittwoch verkündet das Bundesverwaltungsgericht das Urteil zur A 44

Fledermäuse kontra Autobahn

Kassel/leipzig. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig wird am morgigen Mittwoch das Urteil über die Autobahn 44 verkünden. Konkret wird es über den Abschnitt zwischen Hessisch Lichtenau-Ost und Hasselbach entscheiden. Gegen die 4,3 Kilometer lange Strecke, die 83 Millionen Euro kosten soll, hatte die Umweltschutzorganisation BUND geklagt. Sollten die Leipziger Richter den Bau erlauben, wäre die Autobahn zwischen Kassel und Eisenach (Kosten: 1,4 Milliarden Euro, teuerste Autobahn Deutschlands) ein ganzes Stück vorangekommen. Die Planer hoffen, dass bis 2015 rund 22 Kilometer der 64 Kilometer langen A 44 fertig sind.

Der BUND hatte gegen den Abschnitt Klage eingereicht, weil er unter anderem erhebliche Beeinträchtigungen des FFH-Schutzgebietes Werra-Wehretal fürchtet. Das Gebiet sei die Heimat einer einzigartigen Fledermauspopulation. Aber auch für den Luchs und die Wildkatze würde die Autobahn eine Barriere darstellen.

Anfang März hatte vor dem Bundesverwaltungsgericht eine zweitägige mündliche Verhandlung stattgefunden. Das Land Hessen hatte mit 40 Frauen und Männern eine ganze Armee von Rechtsanwälten, Gutachtern und Experten aufgeboten. Ob das reichte, um die hohen Richter vom Weiterbau der Autobahn zu überzeugen, war nach den zwei Tagen nicht klar. Die Richter hatten zwei Kritikpunkte gefunden: Zum einen ging es um zusätzliche Stickstoffeinträge in den Boden, die der Verkehr auf der Autobahn mit sich bringen könnte. Zum anderen werden die Fledermäuse einen Teil ihres Jagdreviers verlieren.

Egal wie das Urteil ausgeht: Die Autobahnbefürworter treffen sich am Mittwoch um 19 Uhr bei Freibier im Bürgerhaus in Hessisch Lichtenau. Es wird entweder eine Jubel-Veranstaltung oder eine Protestkundgebung.

Von Frank Thonicke

Quelle: HNA

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