Flugsicherung baut für 34 Millionen Euro neuen Tower in Frankfurt

Vom neuen Tower aus können die Lotsen die beiden Parallelbahnen (vorne), die Startbahn 18 West und auf der anderen Seite die neue Landebahn überblicken. Im dritten Fenster von links im Hintergrund der alte Tower. Foto:dpa

Frankfurt. Mit dem Bau der neuen Landebahn im Nordwesten des Frankfurter Flughafens jenseits der Autobahn 3 war auch klar, dass der Flughafen einen neuen Tower brauchen würde. Denn von dem 1984 mit Blick auch auf die Startbahn 18 West eingeweihten Turm im Süden ist die neue Bahn nicht zu sehen.

Nun ist das elegante, über 70 Meter hohe Bauwerk des Stuttgarter Architekten Franz Ondra fast fertig, am 30. Juni wird es in Betrieb genommen. Die Lotsen sollen sich daran gewöhnen, bis die neue Landebahn am 20. Oktober ebenfalls in Betrieb gehe, so der Sprecher der Deutschen Flugsicherung (DFS), Axel Raab.

In dem Tower, dessen 110 Quadratmeter große gläserne Kanzel auf 65 Meter Höhe einen Rundumblick auf alle Bahnen erlaubt, werden 80 Lotsen im Schichtdienst an elf Arbeitsplätzen arbeiten.

Drehleuchtfeuer muss sein

Die moderne technische Ausstattung mit mehreren Monitoren pro Platz ist der ganze Stolz der DFS, denn sie hat die Arbeitsplätze in Zusammenarbeit mit den Lotsen selbst entwickelt. 34 Millionen Euro hat der Neubau gekostet, der in zweieinhalb Jahren fertiggestellt wurde. Aufs Dach kommt demnächst noch ein rund zwei Meter hohes Drehleuchtfeuer, das verirrten Piloten früher Orientierung bot. „Das braucht man heute zwar nicht mehr“, so DFS-Projektleiter Wolfgang Breves, „aber es ist immer noch Vorschrift.“

Auch der alte Tower südlich der beiden parallelen Start-und Landebahnen auf dem Flughafengelände wird beibehalten und modernisiert, um in Notfällen zur Verfügung zu stehen.

Die Lotsen im Tower lenken die direkt anfliegenden und landenden sowie die startbereiten und abfliegenden Flugzeuge. Der Anflug auf Frankfurt, der sogenannte Approach, bei dem die Flieger auf den Anflugrouten eingefädelt werden, wird in der DLS-Zentrale in Langen (Landkreis Offenbach) von den dortigen Lotsen betreut.

Mehr Lärm garantiert

Natürlich bedeutet die Inbetriebnahme der neuen Bahn, die die täglichen Kapazitäten von 80 auf 120 Flugbewegungen pro Stunde erhöht, auch mehr Fluglärm für die Region. Die DFS musste nicht nur verschiedene neue Anflugrouten entwickeln, sondern auch Verfahren, die den Lärm gleichmäßiger verteilen sollen, um zumindest einige Orte zu entlasten. „Wir müssen den Flugverkehr laut Gesetz sicher, geordnet und flüssig organisieren“, so Raab, „und sollen dabei unzumutbaren Lärm vermeiden. Was unzumutbar ist, steht aber nirgends.“

Erst gestern haben sieben südöstlich gelegene Kommunen Klage beim VGH in Kassel eingereicht. Sie sind mit den neuen Verfahren nicht einverstanden und fordern ein absolutes Nachtflugverbot ein.

Von Petra Wettlaufer-Pohl

Quelle: HNA

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