Forschungsschiff fährt mit Labor aus Hessen in Antarktis

Das deutsche Forschungsschiff „Polarstern“ startet mit einem in Hessen entwickelten Speziallabor in die Antarktis. Konkret ist bei der Reise ein Arbeitslabor an Bord, das von der Firma MK-Versuchsanlagen und Laborbedarf in Mücke im Vogelsbergkreis entwickelt und gebaut wurde. Die Reise sollte am Sonntag von Bremerhaven aus starten. Wissenschaftler wollen in dem Labor im Schiffsrumpf das Meerwasser der Antarktis auf seinen Gehalt an metallischen Spurenelementen untersuchen.

Mücke/Bremerhaven - Eisen, Mangan, Zink und Kobalt sind lebensnotwendig für mikroskopisch kleine Algen. Diese setzen Sauerstoff frei, sind also wichtig für unser Klima.

Um die Wasserproben nicht zu verfälschen, muss das Labor absolut metallfrei sein und ausschließlich aus Kunststoff bestehen. Projektleiter Wolfgang Küstner erklärte: „Die größte Herausforderung aber war, so viel Technik auf so kleinem Raum unterzubringen. Viele Detail-Lösungen hängen auch damit zusammen, dass alles seetauglich sein muss. Der ganze Container muss geeignet sein, auch bei schwerem Seegang immer noch zu funktionieren.“

Vom Heck des Forschungsschiffs wird ein Gestell mit bis zu 24 Flaschen 4000 Meter tief ins antarktische Meerwasser hinabgelassen. Hochempfindliche Geräte darin messen unter anderem Tiefe, Druck, Salzgehalt, Leitfähigkeit und Temperatur des Meerwassers. Im Labor werden die Zehn-Liter-Flaschen, die die Wasserproben enthalten, von außen gewaschen. Dafür hat Wolfgang Küstner extra eine spezielle Laborspüle konstruiert. Diese Art von Spülmaschine reinigt die Flaschen über ein computergesteuertes Programm mit Wasser, das in einer Reinstwasser-Anlage im Labor hergestellt wird.

Bis nach Gran Canaria wird Projektleiter Küstner auf dem Forschungsschiff mitfahren, um die Funktionalität des Labors zu testen. Dann nimmt das Forschungsschiff Kurs auf das südafrikanische Kapstadt, von da aus geht es in das Weddellmeer. Am 27. Mai soll die „Polarstern“ wieder in Bremerhaven anlegen. dpa

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