Frankfurt: Feldmanns Stil sorgt für Irritation

Bald 100 Tage im Amt: Frankfurts OB Peter Feldmann (SPD). Foto: dpa

Frankfurt. In der ersten Oktoberwoche wird er 100 Tage im Amt sein. Und jeder hat gemerkt, dass Frankfurts neuer Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) einen ganz anderen Stil pflegt als Amtsvorgängerin Petra Roth (CDU).

Der Sozialdemokrat und Überraschungssieger bei der OB-Wahl, für den die Stadtgesellschaft nicht nur aus den „oberen Zehntausend“ besteht, macht sich weniger aus Repräsentation. So blieb er der Eröffnung der „Automechanika“ fern, der weltweit bedeutendsten Messe ihrer Art, und auch dem Sommerfest des konsularischen Korps.

Gänzlich in die Nesseln setzte er sich bei der politischen Klasse allerdings, als er der Verleihung des Adorno-Preises an die Philosophin Judith Butler fernblieb. Sie wurde wegen ihrer Haltung zu Israel von jüdischer Seite heftig kritisiert. Über die Gründe von Feldmanns Verzicht auf Teilnahme an der Feierstunde schwieg man sich im Römer aus. Angeblich gehörte der Abend der kleinen Tochter des alleinerziehenden Oberbürgermeisters. Auch weil er selbst Jude ist, hätte man von ihm ein Zeichen erwartet.

Nun bleibt er auch noch der Verleihung des Deutschen Buchpreises fern, weil er andere Termine habe. Ein Unding, finden viele. Immerhin will der 53-Jährige aber an der Eröffnung der Buchmesse teilnehmen und auch für den IHK-Neujahrsempfang ist er schon avisiert.

Nicht, dass Feldmann nicht in Erscheinung tritt, er war beim Ironman zugegen, eröffnete die Berkersheimer Kern und führte unzählige Gespräche mit Menschen aller Klassen.

Einmal übertrieb er es wohl. Da konterte er die Kritik an seiner Amtsführung mit Interviews - zeitgleich in vier Frankfurter Lokalteilen, was ihm die Frankfurter Blätter durchaus übel nahmen.

Erste Auslandsreise

Bestens vermarktet hat Feldmann seine erste Auslandsreise zur Anbahnung einer Partnerschaft mit der türkischen Stadt Eskisehir. Die Delegation war parteiübergreifend angetan von der modernen anatolischen 640.000-Einwohner-Metropole.

Und den Plan der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft, 4000 neue Wohnungen zu bauen, verkaufte der SPD-Mann geschickt als den seinen. Bezahlbarer Wohnraum gehört zu den wenigen bekannten Inhalten seines Programms für Frankfurt.

Wie er sich ohne eigene Mehrheit gegen Schwarz-grün in Magistrat und Stadtparlament durchsetzen wird, werden nun die Haushaltsberatungen zeigen.

Von Petra Wettlaufer-Pohl

Quelle: HNA

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